Kommentar zur Pkw-Maut
Fauler Kompromiss für abenteuerliches Konstrukt

Kompromiss - das Wort hört sich erst einmal gut an. Im Falle von Alexander Dobrindts Maut hat es zumindest das Adjektiv "Fauler" verdient. Ein fauler Kompromiss ist die Maut mindestens, wenn nicht gar Murks, wie so mancher Kritiker meint.

Wenn die günstigste 10-Tages-Vignette in Deutschland wie geplant 2,50 Euro kosten wird, dürfte die Marge sehr gering ausfallen. Zum Vergleich: In Österreich sind für den gleichen Zeitraum mindestens 5,10 Euro zu zahlen (Motorräder). Für ein Auto sind 8,90 fällig. Dabei unterscheidet sich die Leistung deutlich: In Deutschland stehen einem Vignetten-Käufer fast 13 000 Kilometer zur Verfügung, in Österreich sind es etwas mehr als 2000 Kilometer.

Für sich verbuchen kann Dobrindt, dass inländische Autofahrer keinen Cent mehr zahlen. Wenn sie einen schadstoffarmen Wagen der Klasse Euro 6 fahren, kommen sie sogar noch günstiger weg. So war das eigentlich nicht geplant, ist aber zumindest aus Umweltschutzgründen einigermaßen sinnvoll. Umweltschutz und Maut - eine ganz neue Querverbindung. Sie zeigt aber, welch ein abenteuerliches Konstrukt aus der Maut geworden ist. Und alles nur, weil die CSU im Wahlkampf Versprechungen machte, deren Umsetzbarkeit schon damals zumindest fraglich war.

Mögen Kfz-Steuer und Maut zu Beginn auch ein Null-Summen-Spiel für die deutschen Autofahrer sein. Von einer Vereinbarung, dass dies auf alle Ewigkeit so sein wird, ist nichts bekannt. Sollte sich etwa herausstellen, dass die Einnahmen nicht einmal die Kosten decken, wird das "Pickerl" womöglich ganz schnell teurer. Und deutsche Autofahrer zahlen dann trotzdem mehr.

alexander.raedle@oberpfalzmedien.de
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