Kommentar zur Razzia gegen Salafisten
Religiöse Radikalisierung: Der Islam darf kein Vorwand sein

Sie rekrutieren in Deutschland junge Menschen für Mord und Terror. Sie verachten das Land, das ihnen Gastrecht gewährt - und dessen Grundrecht auf Glaubensfreiheit sie ausnutzen. Überfällig ist der koordinierte Schlag des Rechtsstaats gegen das mutmaßlich größte dschihadistische Netzwerk. Diese Menschenfänger sollen 140 junge Leute als Kämpfer zu Einsätzen in Syrien und im Irak verführt haben: Religiöse Fanatisierung und Radikalisierung anstatt Missionierung.

Kaum zeigt sich der Staat wehrhaft, kommen die Mahner. Der erhobene Zeigefinger der Integrationsbeauftragten ("falsches Signal") erinnert an die jüngste Unterwerfungs-Geste von Münchens Erzbischof Reinhard Marx und EKD-Ratsvorsitzendem Heinrich Bedford-Strohm am Tempelberg in Jerusalem: Sie legten das Kreuz ab, um ja nicht zu "provozieren". Die vermeintliche Stärke des Islams resultiert nicht zuletzt aus einer beschämenden Schwäche des Christentums. Oftmals wirkt christliches Brauchtum nur noch wie Folklore.

Der bekannte Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad schreibt in seinem neuen Buch, dass der Islam sowohl Botschafter des Hasses wie der Liebe ist. Die Friedens-Religion stütze sich auf die frühen Suren aus Mekka. "Radikale Fundamentalisten verwenden eher Verse aus Medina." Auch das Christentum kennt das von Gewalt durchtränkte Alte Testament und die Botschaft der Liebe im Neuen. Wie früher die Christen kommen heute die Muslime um eine offene Diskussion nicht herum: Damit Islamisten nicht mit dem Islam ihre Anschläge legitimieren. Damit Christen keine Ungläubigen mehr sind, sondern Andersgläubige.

clemens.fuetterer@oberpfalzmedien.de
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