Kommentar zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland
Objektive Daten liefern keinen Grund für Verzagtheit

So blendend stand Deutschland wirtschaftlich schon lange nicht mehr da: Geringe Arbeitslosigkeit bis hin zur Vollbeschäftigung, kaum Inflation, meist Netto-Zuwachs bei den Löhnen - und die Wirtschaft floriert mit einem überdurchschnittlichen Wachstum. 2015 stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent. Für dieses Jahr wird sogar eine Zunahme von 2 Prozent erwartet. Selbst die Verschuldung der öffentlichen Hand ist kein brennendes Thema mehr: Allein der Bund erzielte einen Überschuss von 12,1 Milliarden Euro, immerhin doppelt so viel wie veranschlagt.

Die objektiven Daten und Fakten müssten also zuversichtlich stimmen. Eigentlich. Denn subjektiv ist es bis zu 85 Prozent der Deutschen um die Zukunft bang, sagt eine ernstzunehmende Studie. Vor allem der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen und die Konsequenzen daraus, die Krisenherde wie in Nahost und der weltweite Terror bedrücken schwer die Seele. Der nahezu in Vergessenheit geratene Begriffe von der "German Angst" macht international wieder die Runde.

Die meisten Länder der Welt beneiden uns um Wohlstand und Sicherheit. Die existenziellen Nöte von Milliarden Menschen - wie verschmutztes Trinkwasser, verpestete Luft und bittere Armut - relativieren die deutschen Sorgen. Ganz zu schweigen vom viel zu selbstverständlichen, höchsten Gut Frieden. Furchtsamkeit hemmt die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Zuversicht beflügelt - und trägt den Wandel.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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