Kommersant
Pressestimmen

Zum Stopp der geplanten South-Stream-Gaspipeline schreibt die russische Zeitung:

Immer schon war die geopolitische Bedeutung von South Stream größer als der geplante wirtschaftliche Nutzen. Doch spätestens nach Beginn der Ukraine-Krise war klar, dass es mit der Unterstützung der EU für das Projekt immer schwieriger wird. Nun will Russland die Gasleitung also mit dem Wachstumsmarkt Türkei verwirklichen - ein Schritt, von dem Experten abraten. Denn bei Energie hat die Türkei Alternativen, sie bedient sich auch aus Aserbaidschan und dem Iran. Ankara ist ein schwankender Partner - und kann für Moskau zu einem großen Problem werden.

Handelsblatt

Die Zeitung aus Düsseldorf merkt zum Aus für die South-Stream-Pipeline an:

Gazprom wird nun den Ukraine-Transit wieder voll nutzen müssen neben der Nord Stream - Ostseepipeline -, wenn Moskau ein zuverlässiger Lieferant für die Europäer bleiben will. Oder Putin wird wieder einmal der Ukraine vorwerfen, Gas abzuzweigen, deshalb nicht mehr liefern können und so Druck auf die EU ausüben: Rückt aus eigenem Interesse vom dritten Energiepaket ab! Das wäre eine neue Phase in Putins Machtpoker. Europa aber bleibt nach Putins jüngster Volte aufgerufen, noch intensiver Alternativen zu russischen Rohstoffen zu suchen - und zu finden.

Flensburger Tageblatt

Die Zeitung kommentiert die Zukunftspläne des Energie-Riesen Eon:

Dass der Eon-Konzern mit seiner Aufspaltung faktisch eine Bad Bank für ungeliebte konventionelle Kraftwerke zusammenzimmert, bestreitet konzernintern niemand. Und dass am Ende der Steuerzahler für diese Bad Bank aufkommen muss, steht schon heute fest. ... Denn dass die Rücklagen von Eons noch zu gründender neuer Gesellschaft reichen werden, um den Rückbau der Atomkraftwerke zu stemmen, ist mehr als fraglich. Ebenso fraglich ist, wer die Aktien dieses Eon-Altlasten-Konglomerats eigentlich an der Börse kaufen soll. Spätestens dann dürfte wenigstens ein Märchen endgültig auserzählt sein - das der sauberen und günstigen Atomkraft.
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