Konflikte in der
Özdemir warnt vor türkischer Pegida

Berlin/München. Das rigorose Vorgehen Ankaras gegen Widersacher nach dem gescheiterten Putsch lässt in Deutschland die Sorge vor einem Übergreifen der Auseinandersetzungen auf die hier lebenden Türken wachsen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir warnte am Sonntag im Deutschlandfunk: "Der Arm Erdogans, der mag in viele Bereiche der türkischen Gesellschaft mittlerweile reichen, aber er darf nicht nach Berlin reichen. Er darf nicht nach Deutschland reichen."

Özdemir betonte, natürlich dürften auch Erdogan-Anhänger in Deutschland demonstrieren. Das gehöre zur Demokratie. "Aber klar ist auch, wo die rote Linie ist. Das liegt bei Gewalt und insbesondere da, wo Intoleranz ins Spiel kommt, wo andere unter Druck gesetzt werden, wo man sie einschüchtert. Das geht nicht." Dann müsse es "ein klares Stopp-Signal geben". Für Sonntag, 31. Juli, hat die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) in Köln eine Kundgebung zum Thema "Militärputsch in der Türkei" angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 15 000 Teilnehmern. Die UETD unterstützt die türkische Regierungspartei AKP.

Unterdessen forderte CSU-Chef Horst Seehofer den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. "Wenn man sieht, wie die Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch den Rechtsstaat abbaut, müssen diese Verhandlungen sofort gestoppt werden." Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe in wenigen Tagen fast 50 000 Personen aus Militär, Justiz und Hochschulen aus dem Verkehr gezogen. "So handelt kein demokratischer Rechtsstaat", sagte der Ministerpräsident.
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