Korruption, Macht und Sex: Chinas Staatschef bringt mit Geheimprozess einen der mächtigsten ...
Lebenslänglich für Ex-Sicherheitschef

Zhou Yongkang. Bild: dpa
Als bislang höchster chinesischer Politiker ist der einstige Sicherheitschef Zhou Yongkang wegen Korruption zu lebenslanger Haft verurteilt worden. In einem Geheimprozess fällte das Erste Mittlere Volksgericht von Tianjin das Urteil völlig überraschend am Donnerstag. Bislang war nicht einmal bekannt gewesen, dass das ehemalige Mitglied im mächtigen Ständigen Ausschuss des Politbüros der Partei schon vor Gericht stand. In dem Urteilsspruch wurden dem 72-Jährigen "Bestechlichkeit, Machtmissbrauch und absichtliche Weitergabe von Staatsgeheimnissen" angelastet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua schrieb. Er sei wegen der Annahme von 130 Millionen Yuan, umgerechnet 18,5 Millionen Euro, Bestechungsgeldern verurteilt worden.

Zhou Yongkang habe sich "schuldig bekannt und wird nicht in Berufung gehen", schrieb Xinhua. Der Prozess sei nicht öffentlich gewesen, weil es um Staatsverrat gegangen sei. Nach dem Richterspruch wird sein Besitz konfisziert. Zhou Yongkang ist das erste Mitglied des engsten Machtzirkels, das der Anti-Korruptions-Kampagne des neuen Staats- und Parteichefs Xi Jinping zum Opfer fällt. Um den Ex-Sicherheitschef ranken sich wilde Spekulationen über einen Machtkampf hinter den Kulissen. Er stand an der Spitze eines mächtigen Netzwerks, das den Sicherheitsapparat, die Ölindustrie und wichtige Parteikreise umfasste. Sein Sturz ist der größte Skandal seit der Verurteilung des Spitzenfunktionärs Bo Xilai, der seit 2013 eine lebenslange Haftstrafe absitzt.
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