Korruptionsvorwürfe: Guatemalas abgetretener Staatschef in Untersuchungshaft
Arrest für Ex-Präsident

Alejandro Maldonado bei der Vereidigung als Nachfolger von Otto Pérez. Bild: dpa
Kurz nach seinem Rücktritt muss der frühere guatemaltekische Präsident Otto Pérez in Untersuchungshaft. Nach einer stundenlangen Anhörung zu Korruptionsvorwürfen ordnete ein Richter am Donnerstag die Festsetzung des Ex-Generals in einer Militärkaserne an. Damit soll eine Flucht des 64-Jährigen verhindert werden.

Unterdessen wurde der bisherige Vizepräsident Alejandro Maldonado als neuer Staatschef des mittelamerikanischen Landes vereidigt. "Wir können unsere Demokratie, unsere Werte wieder herstellen", sagte Maldonado nach der Zeremonie im Kongress. Der frühere Verfassungsrichter rief alle Minister zum Rücktritt auf, um ein neues Kabinett bilden zu können. Er wird die Regierungsgeschäfte bis zum Ende der laufenden Amtszeit im Januar führen. Der 79-Jährige gehörte während des Bürgerkrieges dem ultrarechten Spektrum an und diente mehreren Militärregierungen als Botschafter. Pérez war in der Nacht auf Donnerstag zurückgetreten, nachdem ein Richter Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. Die Ermittler werfen dem Ex-General die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechlichkeit und Betrug vor. Er soll an der Spitze des Korruptionsrings "La Línea" gestanden haben, der im Zollwesen Millionen von Dollar unterschlagen hatte.
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