Kraftfahrtbundesamt soll von Flensburg nach Ostbayern - Riesengewinn für ländlichen Raum
Söder: Maut-Behörde nach Ostbayern

Ostbayern wäre die deutlich bessere Adresse als Flensburg. Das wäre ein Riesengewinn für den ländlichen Raum.

Aus bayerischer Sicht liegt das Kraftfahrtbundesamt im fernen Flensburg am Ende der Welt. Finanzminister Markus Söder möchte die Verwaltung der Pkw-Maut nach Ostbayern holen. Hier kommt Goldgräberstimmung auf.

(dpa/za/cf) Bayern soll nach der Vorstellung von Finanzminister Markus Söder doppelt von der geplanten Pkw-Maut für Ausländer profitieren. Söder fordert von CSU-Parteifreund und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, die für die Verwaltung der Maut nötigen neuen Beamten des Kraftfahrtbundesamts im Freistaat anzusiedeln: "Wir gehen davon aus, dass die Maut kommt, und unterstützen das." Nach Schätzungen wären für die Maut etwa zwischen 1000 und 1500 neue Stellen beim Kraftfahrtbundesamt nötig, sagte Söder.

"Wir würden es sehr begrüßen, wenn diese Stellen nicht nach Flensburg kommen, sondern nach Bayern. Das würde bedeuten, dass wir eine Stelle der Kraftfahrzeugbehörde hier in Bayern ansiedeln." Er habe Dobrindt deswegen einen Brief geschrieben. Söder hat bereits eine Vorstellung, in welche bayerische Region die Mautbeamten am besten passen würden: "Ostbayern wäre die deutlich bessere Adresse als Flensburg", sagte der Nürnberger CSU-Politiker. "Das wäre ein Riesengewinn für den ländlichen Raum." Eine solche Behörde mit 1000 Beamten würde dort sehr helfen. "Auch wenn es weniger wären, wir sind über jeden Bundesbeamten im strukturschwachen Raum dankbar." Bei der Amberger Bundestagsabgeordneten Barbara Lanzinger (CSU) rennt ihr Parteikollege offene Türen ein: "Was Markus Söder sagt, ist vollkommen richtig." Ballungszentren platzten aus allen Nähten. Die Ambergerin schlägt die Vilsstadt als Standort vor. "Wir brauchen für Amberg eine große Behörde - nicht nur 50 bis 60 Stellen."

"Gigantische" Perspektive

Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (SPD) zeigte sich in einer ersten Reaktion ebenfalls sehr angetan von dem Vorschlag - ungeachtet der Tatsache, dass er der Maut an sich skeptisch gegenübersteht. "Das wäre für Weiden gigantisch", sagte Seggewiß am Freitag. Und schob hinterher: "Ich würde mich auch freuen, wenn diese Einrichtung in den Landkreis Neustadt kommt. Hauptsache hier in die Region." Eine Liegenschaft für 1000 Beschäftigte kann er in Weiden zwar nicht anbieten, "da müsste man etwas bauen - auch das wäre kein Problem". Der Weidener Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht (CSU) sprach in einer Reaktion von einer "Riesenchance für die Stadt, weil mit der Bundeskasse bereits ein gutes Stück Expertise dafür erfolgt ist".
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