Krankenhausreform verabschiedet: Sanktionen bei schlechter Qualität - Krankenkassen kritisieren ...
Pflege zwischen Fördern und Fordern

Krankenhäuser müssen künftig mit Sanktionen rechnen, wenn ihnen Qualitätsmängel bei Operationen und in der Pflege von Patienten nachgewiesen werden. Unnötige Eingriffe sollen unterbunden werden. Patienten können sich vor einer OP eine zweite Meinung einholen. Das sind zentrale Punkte der Krankenhausstrukturreform von Gesundheitsminister Hermann Gröhe.

Nach der Reform, die am Donnerstag vom Bundestag mit Koalitionsmehrheit beschlossen wurde und ab 1. Januar gelten soll, ist es das Ziel, kostspielige Überkapazitäten abzubauen, ohne die Versorgung der Bevölkerung in der Fläche zu beeinträchtigen. Denn wenn es nach einem Unfall oder nach einem Herzinfarkt schnell gehen muss, braucht der Patient eine Klinik in der Nähe.

Deshalb sollen sogenannte Sicherstellungszuschläge vereinbart werden, wenn eine Klinik für die Versorgung der Bevölkerung notwendig ist, aber sonst nicht ausreichend ausgelastet ist. Krankenhäuser sollen sich grundsätzlich spezialisieren und auf die Leistungen konzentrieren, die sie besonders gut können. Damit könne die Sicherheit der Patienten bei Operationen erhöht und zugleich die Spitzenmedizin gefördert werden.

Die seit Jahren zurückgefahrene Pflege am Krankenbett soll wieder ausgebaut werden. Nach einer Umfrage vom Marburger Bund belasten Personalmangel, zunehmende Arbeitsverdichtung und hoher Zeitdruck immer häufiger den Alltag von Klinikärzten und Pflegekräften. Für die Aufstockung des Pflegepersonals werden 2016 bis 2018 in einem Förderprogramm 660 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zudem soll es von 2017 an einen Pflegezuschlag von bis zu 500 Millionen Euro geben.

Kritik an der Reform gab es von der Opposition und den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, warf Gröhe vor, die Chance für eine langfristig tragende Strukturreform vertan zu haben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.