Krankenversicherten drohen höhere Beiträge
Kassendefizit steigt

Angesichts steigender Defizite der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) müssen deren Versicherte nächstes Jahr mit höheren Beiträgen rechnen. "Zum Jahreswechsel ist ein Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,2 bis 0,3 Beitragssatzpunkte realistisch", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Florian Lanz am Dienstag. "Für die Mehrausgaben für Kliniken, Ärzte und Medikamente reicht der gesetzliche Einheitsbeitragssatz nicht", fügte er hinzu.

Die gesetzlichen Krankenkassen fuhren nach einem Bericht des "Handelsblatts" im ersten Halbjahr 2015 ein Defizit von fast einer halben Milliarde Euro ein. Bei den Innungskrankenkassen habe sich das Defizit binnen Jahresfrist auf 118 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Mit einem Minus vor rund 100 Millionen Euro schnitten die Betriebskrankenkassen ähnlich ab. Bei den Ersatzkassen sei der Fehlbetrag zwar geschrumpft, betrage aber immer noch 191 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) verzeichneten ein Defizit von 110 Millionen Euro.

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung setzt sich seit Jahresbeginn zusammen aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von 14,6 Prozent, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte bezahlen, sowie einem Zusatzbeitrag. Diesen müssen die Kassen je nach Finanzlage regelmäßig neu bestimmen, er wird allein von den Arbeitnehmern aufgebracht.
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