Krieg in Felix Arabia

Ein Kämpfer der Huthi-Miliz steht auf den Trümmern, die ein saudischer Luftangriff in der Stadt Aden hinterlassen hat. Bild: dpa

Einst hieß der Jemen Felix Arabia. Nun erreicht der Bürgerkrieg im Land die nächste Stufe der Eskalation: Saudi-Arabien hat mit Verbündeten Luftschläge gegen die schiitischen Rebellen im Jemen begonnen. Doch die geben sich nicht geschlagen.

Saudi-Arabien hat gemeinsam mit arabischen Verbündeten erstmals mit Waffengewalt in den Bürgerkrieg im Jemen eingegriffen. Um dort den Vormarsch schiitischer Huthi-Rebellen zu stoppen, bombardierten Kampfjets der Koalition Stellungen der Rebellen in der Hauptstadt Sanaa und an anderen Orten. Damit droht der Bürgerkrieg in einen regionalen Konflikt auszuarten. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Rebellen im Kampf gegen die rechtmäßige jemenitische Führung zu unterstützen. Der von den USA gestützte Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, floh nach Saudi-Arabien. Die Einmischung im Jemen wird in der Region als erste große Bewährungsprobe für den neuen saudischen König Salman gewertet.

An der in der Nacht zum Donnerstag gestarteten Operation "Sturm der Entschlossenheit" beteiligen sich nach Angaben des arabischen Senders Al-Arabija neben Saudi-Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Bahrain und Katar. Weiterhin würden Jordanien, Marokko und der Sudan Kampfjets entsenden. Auch Ägypten sagte eine Beteiligung mit Luftwaffe und Marine zu, Pakistan denkt über einen Einsatz nach. Die Huthis versammelten im Zentrum Sanaas Tausende Anhänger, um gegen die Angriffe zu demonstrieren. Ein Sprecher der Huthis bezeichnete die Luftschläge als Kriegserklärung. Damit könne sich der Konflikt im Jemen zu einem Regionalkrieg auswachsen, warnte er. Bei den ersten Angriffen kamen laut dem von den Huthis kontrollierten Gesundheitsministerium in Sanaa 25 Zivilisten ums Leben. Die Angriffe hätten Wohngebiete in der Nähe des Flughafens getroffen. Nach Informationen der saudischen Nachrichtenagentur SPA wurde hingegen eine Militärbasis bombardiert. Hadi hatte bereits am Dienstag um Hilfe gebeten. Die Huthi hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hauptstadt. Der Iran verurteilte die Angriffe der Riad-Allianz im Jemen.

Die arabischen Staaten wollen unterdessen eine gemeinsame Eingreiftruppe aufbauen, die schnell auf Krisen in der Region reagieren soll. Das beschlossen die Außenminister der Liga bei einem Treffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich, wie ägyptische Medien am Donnerstagabend berichteten. (Kommentar)
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