Kritik am Säbelrasseln
Breiter Rückhalt für Steinmeier

Der russische Präsident Wladimir Putin. Bild: dpa

Vor 25 Jahren - am 1. Juli 1991 - löste sich der Warschauer Pakt auf. Heute wird in der Rhetorik-Schlacht zwischen Russland und der Nato scharf geschossen. Manöver in Osteuropa beunruhigen den russischen Präsidenten Putin.

Moskau. Vor dem Nato-Gipfel Anfang Juli hat Kremlchef Wladimir Putin dem westlichen Militärbündnis antirussische Aktivitäten in Osteuropa vorgeworfen. "Die Allianz unternimmt konfrontative Schritte gegen uns", kritisierte er am Donnerstag in Moskau. Russland werde auf Übungen und Truppenverstärkungen der Nato in ihren östlichen Bündnisstaaten angemessen reagieren. "Wir werden aber nicht in einen militaristischen Rausch verfallen", versicherte der Präsident in einer Botschaft an sein diplomatisches Korps zugleich.

Die Nato will auf ihrem Gipfel in Warschau am 8./9. Juli über die Entsendung von je einem Bataillon zusätzlicher Soldaten in vier Nachbarländer Russlands entscheiden: nach Polen, Litauen, Estland und Lettland. Auch Deutschland will sich beteiligen. Die Beteiligung der Bundeswehr findet aber kaum Unterstützung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten nur neun Prozent die Stationierung deutscher Soldaten im Baltikum. 16 Prozent halten die Beteiligung an Manövern im östlichen Nato-Gebiet für angebracht und nur 20 Prozent die Entsendung deutscher Jets zur Luftraumüberwachung über dem Baltikum.

Eine große Mehrheit von fast zwei Dritteln der Befragten teilt die Kritik von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am "Säbelrasseln" der Nato. 64 Prozent der 2054 Befragten unterstützten diese Haltung, nur 16 Prozent lehnten sie ab. Und das, obwohl 49 Prozent ein militärisches Vorgehen Russlands gegen die baltischen Staaten wie vor zwei Jahren auf der ukrainischen Krim für möglich halten. Nur 30 Prozent glauben nicht an ein solches Szenario.
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