Kritik an Donald Trump
Zwischen Hassprediger und Hitler

"Hassprediger ... wie Donald Trump im Augenblick in den USA." Zitat: Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier

Berlin/Rostock. Es gibt weltweit nur wenige Diplomaten, die so erfahren sind wie Frank-Walter Steinmeier. Der SPD-Mann weiß ziemlich genau, was er wann sagen darf und sollte. Es muss schon etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein, wenn er gegen diplomatische Gepflogenheit verstößt. Am Donnerstagnachmittag kommt es in einem Rostocker Hotel zu einem dieser seltenen Fälle.

"Brandsatz" der Angst


Steinmeier spricht bei einer SPD-Wahlkampfveranstaltung über Rechtspopulisten in aller Welt. Er nennt die AfD, die Brexit-Befürworter in Großbritannien und richtete dann den Blick in die USA: "... oder ob das die Hassprediger sind, wie Donald Trump im Augenblick in den USA. Was sie alle eint, diese unterschiedlichen Parteien und Personen: Sie spielen mit den Ängsten der Menschen, sie machen mit Angst Politik." Dies sei ein "Brandsatz für die Gesellschaft", dessen Feuer später womöglich Flüchtlingsheime in Brand setze. Einen US-Präsidentschaftskandidaten als "Hassprediger" zu bezeichnen - das ist starker Tobak. Eigentlich gilt die eiserne Diplomaten-Regel: Mische dich nie in Wahlkämpfe anderer Länder ein.

Hollandes "Brechreiz"


Steinmeier steht mit seiner harschen Kritik an Trump aber nicht alleine da. Erst vor wenigen Tagen preschte der französische Staatspräsident François Hollande vor und rügte Trumps "Exzesse", die ein "Gefühl des Brechreizes" erzeugten. Noch weiter ging der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto. Er verglich die Rhetorik Trumps mit der von Hitler und Mussolini. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird immer wieder nach Trump gefragt. Sie hält sich aber strikt aus dem US-Wahlkampf heraus. Im Gegensatz zu Steinmeier wäre sie bei einem Erfolg Trumps auch diejenige, die mit dem neuen US-Präsidenten direkt zu tun hätte. "Ich verfolge das mit Interesse. Und dann werden wir den Ausgang der Wahlen abwarten", sagte Merkel erst kürzlich auf ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz.

Trump hat bisher keine Anstalten gemacht, sich zu politischen Gesprächen oder Grundsatzreden ins Ausland zu begeben. Der einzige Europa-Besuch der letzten Monate führte ihn auf einen Golf-Platz in Schottland, den er 2014 gekauft hatte und renovieren ließ.

Hassprediger ... wie Donald Trump im Augenblick in den USA.Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier
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