Kritik an Politik der offenen Grenzen
AfD und FDP geben Merkel Mitschuld

Erfurt/Berlin. Die AfD sieht in der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Hauptgrund für den EU-Austritt Großbritanniens. "Ich glaube, Frau Merkel hat mit ihren offenen Grenzen die Briten aus der Europäischen Union vertrieben", sagte Partei-Vize Alexander Gauland am Freitag in Berlin nach dem Votum der Briten für ein Verlassen der Union.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker haben nach Ansicht der FDP eine erhebliche Mitverantwortung für die Entscheidung der Briten gegen die EU. FDP-Chef Christian Lindner erklärte am Freitag: "Dieser historische Tag ist eine Warnung, dass es in Europa so nicht weitergehen kann. Die Fliehkräfte fängt nur ein, wer die Wünsche nach mehr Freiheit unter dem gemeinsamen Dach des Hauses Europa umsetzt." Die Briten hätten bestätigt, dass Europa eine neue Legitimation benötige. Seit Jahren werde in Europa den Problemen hinterher regiert. Entscheidungen der vergangenen Wochen wie die Abhängigkeit vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Flüchtlingspolitik und die neuerliche Aufweichung des Euro-Stabilitätspakts zeigten das. "Jetzt ist ein Neustart notwendig. Wir dürfen die Debatte nicht denjenigen überlassen, die Europa hassen", warnte Lindner.

Keine Austrittskampagne


Gleichzeitig betonte Gauland, die AfD wolle jetzt keine Kampagne für einen EU-Austritt Deutschlands starten. Besser wäre es, die EU würde sich zurückentwickeln, hin zu einer reinen Wirtschaftsunion. "Ich denke, die Briten haben sich für die direkte Demokratie entschieden. Ich glaube, dass es gut ist, dass sie das getan haben", fügte er hinzu. Trotzdem bedauere die AfD den Austritt Großbritanniens. Denn die Briten hätten in der EU in den vergangenen Jahren stets pragmatisch gehandelt und mehrere vernünftige Reformvorschläge präsentiert.
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