Kühle Rechner bremsen den Kampf gegen die Erderwärmung

Klimaschutz kostet zunächst einmal. Die Glühlampe raus und eine LED rein. Drei Euro für ein gutes Gewissen und ein paar Cent weniger auf der Stromrechnung. Geschenkt. Bei der Gefriertruhe schaut es schon anders aus. Der 20 Jahre alten fehlt eigentlich nichts, außer dass sie mehr Strom frisst als neue Modelle. Soll man sie deshalb auswechseln? Und die Heizung gleich mit?

In Privathaushalten wie bei Staaten gibt es Idealisten, Zauderer und kühle Rechner. Und es gibt persönlich Betroffene. Der Hausbesitzer, dem der Sturm das Dach wegfegt oder dem ein Jahrtausendhochwasser den Keller ruiniert, weiß, wie sich Klimawandel anfühlt. Auf der Klimakonferenz in Lima waren es Inselstaaten, denen das Wasser bald bis zum Hals steht. Ihre Vertreter müssen bitter enttäuscht sein von dem Minimalergebnis. In Peru haben sich die kühlen Rechner nicht erweichen lassen. Klimaschutz würde sie zunächst etwas kosten. Ein Hauch Idealismus aus Deutschland kann solchen Wind nicht drehen. Das war absehbar. Umweltministerin Barbara Hendricks reiste schon vor der Schlussdebatte ab.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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