Kundgebungen und Krawalle am 1. Mai
DGB prangert Hass an

Polizisten sichern während der Rede von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Bühne auf der Maikundgebung in Zwickau. Bild: dpa

Solidarität zum Tag der Arbeit - das schließt für die Gewerkschaften am 1. Mai auch die Hilfe für Asylbewerber ein. Gleich in mehreren Städten kommt es zu Ausschreitungen, beteiligt sind linke Demonstranten und auch Rechtsextremisten.

Stuttgart. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat bei seinen Kundgebungen am Tag der Arbeit zum Widerstand gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen. Die Demonstrationen zum 1. Mai wurden in mehreren Städten von Ausschreitungen rechter und linker Demonstranten überschattet. Auf der zentralen Gewerkschafts-Veranstaltung in Stuttgart übte DGB-Chef Reiner Hoffmann scharfe Kritik an der AfD. "Was die Rechtspopulisten fordern, das hat nichts, aber auch gar nichts zu tun mit sozialem Zusammenhalt, nichts mit sozialer Gerechtigkeit, nichts mit fairer Globalisierung und schon gar nichts mit Solidarität", sagte Hoffmann. In Zwickau störte eine Gruppe Rechter den Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Sonntag mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen. Die Rednerbühne musste von der Polizei geschützt werden. Die Meldungen aus Zwickau über die rechten Störer sorgten beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland in Stuttgart für Jubel.

In Plauen kam es am Nachmittag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen von Rechtsextremen und Linken mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte sprachen von einem "massiven Gewaltausbruch". Mehrere Menschen wurden verletzt. In Berlin und Hamburg kam es am Sonntagabend bei sogenannten Revolutionären Mai-Demonstrationen zu Ausschreitungen. In beiden Städten attackierten Linksautonome Polizisten mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörper. In Hamburg löste die Polizei den Demonstrationszug unter Einsatz von Wasserwerfern auf. In Berlin stürmten Beamte in die Menge und griffen einzelne Randalierer heraus. Mehrere Menschen wurden verletzt. In Berlin-Kreuzberg hatten sich nach Angaben der Polizei rund 13 000 Menschen einem Demonstrationszug von Linksautonomen angeschlossen. Die Veranstalter sprachen von 20 000 Teilnehmer. Mehrere Tausend, zum Teil schwarz gekleidete Menschen waren zunächst durch das "Myfest" gelaufen.

Ruf nach sicherer Rente


Auf der zentralen Gewerkschafts-Kundgebung in Stuttgart warf DGB-Chef Hoffmann der AfD vor, deren Politik sei Sozialabbau pur. Die Partei versuche, den Keil der Spaltung noch tiefer in die Gesellschaft zu treiben. Zudem hetze die Partei gegen Flüchtlinge. Der DGB stellte den Tag der Arbeit in diesem Jahr unter das Motto "Zeit für mehr Solidarität". Bei einer Kundgebung in Krefeld sprach sich der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, für einen "schnellen und deutlichen Kurswechsel" in der Rentenpolitik aus. "Nach jahrzehntelanger Arbeit haben alle Menschen das Recht, ein anständiges Leben in Würde führen zu können", sagte er. Deshalb müsse die gesetzliche Rente "wieder das Erfolgsmodell der Alterssicherung für die Menschen in Deutschland werden".
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