Kurdische Gemeinde: Drohungen auch in Deutschland
Aggressive Stimmung

Hannover/Hamburg. Die Konflikte in der Türkei übertragen sich dem Vorsitzenden der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Erkan Toprak, zufolge auch auf die Bundesrepublik. "Die Situation ist sehr angeheizt und aggressiv", sagte Toprak im Hörfunk-Sender NDR-Info am Donnerstag. Ein tiefer Riss gehe durch die türkeistämmige Gemeinschaft in Deutschland. Nach dem vereitelten Putsch und dem "Gegen-Putsch" sei die Stimmung noch aggressiver geworden. "Unverhohlen werden jetzt Oppositionelle und kritische Personen offen bedroht und beleidigt."

Auch er selbst sei schon denunziert, beleidigt und bedroht worden, sagte Toprak. Viele Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kopierten jetzt seine Rethorik und sein Verhalten. Toprak: "Jeder Regime-Kritiker, jeder Erdogan-Kritiker ist zurzeit Staatsfeind und Volksverräter."

Die Wortwahl der Erdogan-Anhänger in Deutschland ist laut Toprak vergleichbar mit jener der fremdenfeindlichen "Pegida"-Bewegung. Daher müsse die Bundesregierung in Richtung der Erdogan-Anhänger eine klare Botschaft senden, forderte Toprak. "Wir müssen mit voller Härte durchgreifen und den Erdogan-Anhängern deutlich machen, dass der deutsche Rechtsstaat solche antidemokratischen Verhaltensweisen nicht akzeptieren wird."
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