Kurz vor seinem 70. Geburtstag versucht George W. Bush, seiner Partei gegen Donald Trump ...
Der Ex-Präsident mischt sich ein

Der frühere US-Präsident George W. Bush (links) und sein Bruder Jeb, der ehemalige Gouverneur von Florida. Ihr Vater, George Herbert Walker Bush, war von 1989 bis 1993 Präsident. Archivbild: dpa

Washington. Wenn George W. Bush am Mittwoch 70 wird, schaut er auf kein gutes Jahr zurück. Öffentlich beschimpft und verachtet von Donald Trump, Bruder Jeb schmählich aus dem Wahlkampf geschieden: Die Dinge liefen 2016 so wenig im Sinne des früheren US-Präsidenten, dass er sich entschied, das beträchtliche Gewicht seines Namens noch einmal in die Waagschale seiner Partei zu werfen. Um die Republikaner hat er, von Trump beschwert, größte Sorgen.

In den vergangenen acht Jahren hat sich Bush weitestgehend aus der Politik herausgehalten, hielt es so wie die meisten Ex-Präsidenten. Nun unterstützt er Republikaner im Rennen um einen Sitz im Senat. Unbedingt will er die Kammer für die Partei halten, wie er sagte, "gegen das Weiße Haus". Er sagte nicht: gegen Hillary Clinton.

Bush mag Trump nicht, den voraussichtlichen Präsidentschafts-Kandidaten der Republikaner, und der gab ihm dazu reichlich Anlass. Trump machte ihn persönlich für die Anschläge des 11. September 2001 verantwortlich, nannte die Invasion im Irak 2003 desaströs, die ganze Bush-Präsidentschaft einen einzigen Fehlschlag. Bush ließ bald erklären, er werde Trump nicht unterstützen. Zuletzt reihte er sich ein in die beträchtliche Schar der Prominenten, die einer Trump-Krönung bei der Convention in Cleveland nicht beiwohnen wollen. In der Partei ist Bush nach wie vor beliebt, vor allem bei denen, die sich sehnen nach republikanischer Orthodoxie.

Das Vermächtnis des 43. US-Präsidenten ist kein gutes. Historiker haften ihm das Label "schlechtester US-Präsident" an, werfen ihm die Angriffskriege im Irak und in Afghanistan vor, tumbes Auftreten und tiefe Ahnungslosigkeit. In vielen Ländern der Welt wurde Bush abgelehnt, oft gehasst, auch im eigenen Land. Hängen blieben auch sein spätes Reagieren auf Hurrikan Katrina und die Hilflosigkeit in der Finanzkrise ab dem Jahr 2007.

Bush sah sich als Kriegsherr, mit seiner neokonservative Garde herausgefordert von Islamismus und Feinden der Freiheit. Sein Land hinterließ er gespalten, mit boomender Wirtschaft und einer wegen der Kriegskosten horrenden Verschuldung. George W. Bush war ein Grund, warum sein Nachfolger mit all den letztlich zu schweren Girlanden hochschießender Erwartungen behängt wurde: Barack Obama ist in beinahe allem Bushs Gegenentwurf.
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