La Stampa
Pressestimmen

Die italienische Tageszeitung schreibt über die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone:

Die Gründe, um Griechenland im Euro zu halten, sind nicht unbedingt wirtschaftlich, sondern politisch. Wenn man die Schwierigkeiten in der Türkei bedenkt, die Schwere der Krise im Mittelmeer und die weiter bestehende Zerbrechlichkeit der Balkan-Region, wäre es ein Luxus, den Europa sich nicht erlauben kann und die USA für unvernünftig halten, jetzt auch noch Griechenland zu verlieren und es damit de facto Wladimir Putin zu schenken. ... Griechenland hat sehr gut verstanden, um welches Spiel es hier geht. Um seine geopolitische Bedeutung zu unterstreichen, hat es die russische Karte ausgespielt.

Sme

Das slowakische Blatt gibt den von der EU-Kommission geplanten Flüchtlingsquoten Mitschuld am zunehmenden Erfolg ausländerfeindlicher Gruppen:

Es stimmt, dass Solidarität ein traditioneller europäischer Wert ist. Sie muss aber aus dem Willen der sich Solidarisierenden wachsen. Im Falle der gegenwärtigen Flüchtlingswelle aus dem Süden fehlt dieser grundlegende Baustein. Den natürlichen Egoismus mit Gewalt brechen zu wollen, ist, wie Benzin in den Brandherd schütten. Wenn die EU nicht noch mehr Proteste "gegen die Islamisierung" bewirken und direkt die Extremisten stärken will, muss sie den Andrang aus dem Süden dezenter lösen - also ohne Verpflichtungsvorschläge, die nur Emotionen schüren.

NZZ

Die "Neue Zürcher Zeitung" kommentiert die Lage der deutschen Sozialdemokraten:

Vorweisbare Erfolge benötigt die Partei ..., um in eine Wahl zu gehen. Weder ein Streit über das Gesetzesvorhaben zur Vorratsdatenspeicherung noch über die Rolle Merkels in der BND-Affäre können als solche gelten. In der Griechenland-Frage hat Gabriel gemerkt, dass die Bevölkerung allzu viel Verständnis für die linken Genossen in Athen nicht teilt. Vielleicht ist aber gerade das Schielen auf Umfragewerte die größte Schwäche der Partei. Eigenständige Positionen, etwa in der Frage der Zuwanderung und der Flüchtlinge, könnten auch ein Befreiungsschlag sein. Interne Debatten, die doch nur ein brachiales Ende finden, sind dagegen eher Ausdruck von Orientierungslosigkeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.