Labour in London vorn
Muslim führt bei Bürgermeisterwahl

Der Labour-Kandidat für das Amt des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan und seine Frau Saadiya nach ihrer Stimmabgabe. Bild: dpa

London. Trotz schmerzlicher Verluste in Schottland hat die Labour-Partei bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien ein Debakel abgewendet. In England schlug sich die Partei von Jeremy Corbyn besser als erwartet. Allerdings gingen einige Dutzend Mandate verloren. Dagegen wurde Labour in Wales mit Abstand stärkste Kraft. Die EU-feindliche Ukip-Partei zieht in Wales zum ersten Mal ins Parlament ein. Der Chef der EU-feindlichen Ukip-Partei Nigel Farage sprach von einem "Durchbruch".

Bei der Bürgermeisterwahl in London zeichnet sich ein Sieg des Labour-Politikers Sadiq Khan ab. Der konservative Rivale Zac Goldsmith war nach Auszählung fast aller Erststimmen am Freitagnachmittag deutlich abgeschlagen. Khan wäre der erste muslimische Bürgermeister Londons. Der populäre konservative Bürgermeister Boris Johnson war nach acht Jahren nicht mehr angetreten. Nach seiner Wahl zum Labour-Chef im vergangenen Spätsommer waren die Regional- und Kommunalwahlen als erster Test für Corbyn gewertet worden. Im Vergleich zu den Wahlen 2011 und 2012 muss seine Partei aber voraussichtlich große Verluste hinnehmen.

Der konservative britische Premier David Cameron sagte, der von Medien "Super Thursday" getaufte Wahltag habe gezeigt, dass die Arbeiterpartei die Verbindung zu den Wählern "völlig verloren" habe. In Schottland überholten die Konservativen Labour: Sie wurden zweitstärkste Kraft nach der linksgerichteten schottischen Nationalpartei (SNP). Deren Chefin Nicola Sturgeon feierte am Freitag den dritten Wahlsieg ihrer Partei in Folge. "Wir haben Geschichte geschrieben", erklärte die schottische Ministerpräsidentin. Die absolute Mehrheit verloren die Separatisten aber. Im März hatte die SNP angekündigt, nach dem Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft am 23. Juni erneut für die Abspaltung Schottlands von Großbritannien werben zu wollen. Eine Koalition könnte die SNP mit den Grünen bilden.

Die Briten hatten am Donnerstag Regional- und Kommunalparlamente sowie Bürgermeister gewählt.
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