Landeszeitung
Pressestimmen

Die Tageszeitung aus Lüneburg zu Merkels Neujahrsansprache:

Waren das klare und mutige Worte, wie sogar die Opposition lobt? Für ihre Verhältnisse vielleicht. Immerhin sorgt sie für Gesprächsstoff auf Silvesterpartys und im politischen Berlin - ohne dass sie das Wort Pegida auch nur einmal in den Mund genommen hat. Klartext spricht ein anderer: "Wir können das", sagt Städtetagspräsident Ulrich Maly mit Blick auf die Anti-Islam-Demonstrationen. Ja, Deutschland ist in der Lage, mehr Zuwanderer zu integrieren. Das hat dieses Land bewiesen, als es nach dem Krieg Millionen Flüchtlinge, Vertriebene, Spätaussiedler und später sogenannte Gastarbeiter aufgenommen hat. Maly hielt keine Fensterrede, denn es sind die Kommunen, die diese Integration mit Wohnraum, Sprachkursen und Kita-Plätzen leisten müssen.

Westfalenpost

Das Blatt aus Hagen zu Merkels Kritik an Pegida:

Aber erstens wird Deutschland nicht vom Islam überrollt, und zweitens riskieren wir durch die Aufnahme von Flüchtlingen nicht unseren Wohlstand. Das sind Fakten. Pegida gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine Politik, die den Menschen nicht zuhört, auch.

Volksstimme

Die Magdeburger Zeitung zum Lob für Merkels Neujahrsansprache:

Da fährt ein Schiff auf Europas Küste zu - mit Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen waren - meist Muslime. Stunden vorher geht die deutsche Kanzlerin die Pegida, die selbsternannten Retter des Abendlandes, scharf an, weil diese gegen Fremde Vorurteile schüren. Während Menschen in Not auf vollbeladenen Schiffen in Europa Schutz suchen, rufen Menschen, denen es gut geht, dass sie manche der Fremden nicht wollen. Ob das aus Angst geschieht, aus Unwissenheit, aus Enttäuschung von der Politik oder aus Hass, das sei dahingestellt. Das Ergebnis ist immer Ausgrenzung. Weil sich die Kanzlerin gegen diese Kälte, gegen diese Fremdenfeindlichkeit ausspricht, bekommt sie Lob. Allerdings trägt die Regierungschefin auch Verantwortung dafür, dass die Flüchtlingspolitik oft nicht human ist und dass Europa zur Festung ausgebaut wird. Hier wäre mehr zu leisten statt guter Worte.
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