Landeszeitung
Pressestimmen

Das Blatt aus Lüneburg meint zum Flüchtlingsgipfel:

Derzeit sind weltweit 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, laut UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge ist jeder 122. Mensch ohne Heimat. Das Thema Massenmigration zählt damit zu den Herausforderungen, die von Ländern nicht mehr innerhalb ihrer Grenzen gelöst werden. Nur scheint sich das noch nicht bis zur EU rumgesprochen zu haben, die sich quält, eine fairere Verteilung von 60 000 Flüchtlingen zu finden. Jetzt ist die Zeit, von anderen zu lernen, etwa von Südafrika. Das Schwellenland hat mehr Flüchtlinge aufgenommen als die gesamte EU und schultert die Belastung trotz einer Arbeitslosenquote von 25 Prozent. Wie? Indem jeder Migrant, egal ob legal oder illegal, das Recht zu arbeiten und sich frei zu bewegen erhält, nicht aber, Sozialleistungen zu nutzen.

Handelsblatt

Die Zeitung kommentiert die Flüchtlingsproblematik:

Weil Deutschland ... durchaus einen Teil seines einstigen Wirtschaftswunders nach dem Krieg der Unterstützung billiger "Gastarbeiter" aus dem Ausland verdankt. "Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen", bilanzierte Max Frisch einst sarkastisch, als die ökonomischen Jubelmeldungen irgendwann zu Integrationsdebatten geronnen. Nun kommen wieder Menschen. Sehr viele Menschen. Diesmal haben wir sie nicht gerufen. Und nicht alle sind so überzeugend wie die 14-jährige Reem. Aber das ist kein Grund, sie sofort abzuweisen. Zu den Säulen der europäischen Idee gehören auch Solidarität und Humanismus.

La Stampa

Die Turiner Tageszeitung schreibt zur Situation Europas in der Griechenland-Krise:

In diesen Tagen ist das Märchen vom geteilten Europa sehr beliebt. Auf der einen Seite die Länder, die sich miteinander solidarisch fühlen, dem Geist der Gründungsväter treu sind. Auf der anderen Seite Länder, die den Ursprungsgedanken der Europäischen Union vergessen haben und sich auf nationale Egoismen konzentrieren, hypnotisiert durch die fast schon hegemonische deutsche Macht. Auf dem Spiel steht nicht weniger als das Überleben des sozialen Modells Europas. ... Es ist ein faszinierendes Märchen, in dem die Guten wirklich noch gut und die Bösen wirklich böse sind. Faszinierend, aber wenig glaubhaft.
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