Landeszeitung
Pressestimmen

Die Zeitung aus Lüneburg meint zum Vorschlag Merkels und Erdogans, mit Assad zu sprechen:

Das Drama der neuen Völkerwanderung erzwingt im Westen auch ein Umdenken bei der Haltung zum Drama des syrischen Krieges. Sowohl die Bundeskanzlerin als auch der eingeschworene Assad-Feind und türkische Präsident Erdogan sehen in dem Diktator nun zumindest wieder einen Gesprächspartner. Vom Antichrist zur Übergangslösung: Das Triumphgeheul im Kreml ist nachvollziehbar - der Westen steht vor den Trümmern seiner Nahost-Politik. Nun wird der Feind Assad wieder gebraucht, um den Feind IS zu besiegen.

Mannheimer Morgen

Die Tageszeitung kommentiert zur Lage in Syrien:

Merkel und Erdogan kommen nun zum selben Schluss: Assad einbeziehen. Man könnte dies als eine geniale Form der Realpolitik bezeichnen - wenn sie Aussicht auf Erfolg hätte. Wer aber den Flüchtlingsstrom eindämmen will, schafft das nicht, indem er sich mit dem Feind der Kurden, der Rebellen und des IS an einen Tisch setzt. Assads Truppen haben über 250 000 Menschenleben auf dem Gewissen, da können selbst die islamistischen Kopfabschneider nicht mithalten. Wenn überhaupt, dann hätte ein Bündnis mit Assad nur dann ... einen Sinn, wenn es den Krieg beenden würde.

Frankfurter Allgemeine

Die Zeitung merkt zu Merkels Gesprächsbereitschaft an:

Merkels Äußerung, man müsse auch mit dem bisher im Westen verfemten Assad sprechen, mutet eher wie ein Zeichen der Rat- und Hilflosigkeit an denn wie ein genialer Schachzug, der in die Geschichte als Merkel-Plan eingehen wird. Doch wer weiß? Der Kreml, der Assads mörderisches Regime unterstützt, begrüßte es sofort, dass nun auch Merkel dafür eintrete, den "legitimen Präsidenten" Syriens in eine Lösung einzubeziehen. Das ist ein schöner Erfolg für Assad, schließlich schlägt das nicht irgendwer vor, sondern die Kanzlerin der moralischen Supermacht Deutschland.
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