Le Figaro
Pressestimmen

Die französische Zeitung kommentiert die Bedingungen für neue Milliardenhilfen für Athen:

Auch wenn es sehr streng erscheint: Athens Programm besteht lediglich darin, öffentliche Gelder korrekt zu verwalten, Steuern wie in allen anderen Ländern einzutreiben, und kein Geld mehr aus dem Fenster zu werfen. Damit wird in Griechenland endlich die Grundlage einer modernen Wirtschaft gelegt, die eines europäischen Landes würdig ist. Für (Ministerpräsident) Alexis Tsipras ist dies der Anfang einer gewaltigen Aufgabe: Er muss genau das Gegenteil dessen tun, was er versprochen hat. Scheitert er, stürzt das Gebäude wie ein Kartenhaus zusammen, das er unter so vielen Schmerzen mit Europa aufgebaut hat.

Braunschweiger Zeitung

Die Tageszeitung merkt zur Lage in Griechenland an:

Der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos allein kann es nicht richten. Ministerpräsident Tsipras muss weiter für politische Stabilität sorgen. Denn die Reformpläne müssen erst einmal umgesetzt werden - was bisher auch konservative Regierungen nicht gemacht haben. Die Neuwahlen, die sich bereits abzeichnen, könnten gefährlich für ihn werden. Vielleicht gelänge es dem Ministerpräsidenten, durch die Listenaufstellung seine Gegner in den eigenen Reihen auszuschalten. Wie die Wahl ausgehen würde, bleibt aber offen. Denn Tsipras hat sich nach dem Referendum zu den nun geplanten Reformen nicht an das Votum des Volks gehalten. Und das müsste ihn wieder wählen.

Landeszeitung

Die Tageszeitung aus Lüneburg schreibt zu Griechenland:

Erstaunlich schnell und geräuschlos nimmt das dritte Hilfspaket für Griechenland eine wichtige Hürde. Europas Kompromiss-Politik scheint in Athen angekommen zu sein. Zumindest klingt es so, wenn Ministerpräsident Alexis Tsipras betont, es gebe keine praktikable Alternative - obwohl das Paket noch härtere Auflagen bereithält als vor sechs Monaten. Doch der Stolz wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen im Poker um harte Reformen. Griechenland stellt sich seit jeher quer, wenn es darum geht, mit Traditionen zu brechen. Zu diesen Traditionen gehört eine völlig überdimensionierte Verwaltung, die vor allem geschaffen wurde, um Macht und Einfluss der Reichen abzusichern. Tatsächlich ist das 86-Milliarden-Paket nur ein weiterer Kauf von Zeit.
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