Lehren aus Ebola: Bundesregierung will die Weltgesundheitsorganisation stärken
Nicht wieder zu spät kommen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU, links) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) erreichten am Dienstag Accra, die Hauptstadt Ghanas. Dort und in Liberia wollen die Minister den Wiederaufbau nach der Ebola-Epidemie erörtern. Bild: dpa
Als eine Konsequenz aus den Fehlern im Kampf gegen die Ebola-Epidemie will die Bundesregierung die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbessern. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte am Dienstag auf einer Reise nach Ghana und Liberia, bei der Ebola-Hilfe in Westafrika sei einiges schief gelaufen. Das müsse aufgearbeitet werden. Unter anderem wurde kritisiert, dass die WHO und alle westlichen Staaten zu spät das Ausmaß der Epidemie erkannt hätten.

Gröhe sagte: "Gesundheit muss man global denken." Der Ebola-Ausbruch habe dies in Erinnerung gerufen. Deutschland hat zurzeit die Präsidentschaft der sieben großen Industrienationen (G7) inne. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will das Thema globale Gesundheitspolitik auf die Tagesordnung setzen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der zusammen mit Gröhe Westafrika bereist, bekräftigte, dass die Bundesregierung im Gesundheitswesen für ganz Afrika ein Soforthilfeprogramm von insgesamt gut 200 Millionen Euro auflegen will - 55 Millionen in diesem, und 150 Millionen im nächsten Jahr.

Müller betonte, nach der Nothilfe, für die das Auswärtige Amt zuständig ist, gehe es jetzt um den Wiederaufbau der Ebola-Region in Westafrika. Deutschland hat 195 Millionen Euro zur Bekämpfung der Seuche in Afrika beigesteuert. Neben dem Soforthilfeprogramm sei der Aufbau einer Weißhelm-Truppe aus Ärzten, Technikern und Spezialisten geplant, sagte Müller.
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