Leserbrief: Bezeichnung "Herdprämie" als Missbrauch der Pressefreiheit?
Betreuungsgeld: Empört über die Reaktionen

Name "Herdprämie" eine Schande

Allein die Überschrift "Urteil über Herdprämie" ist ein Missbrauch der Pressefreiheit. Geht es doch ausschließlich nur um die Kompetenz bzw. die Zuständigkeit für das Betreuungsgeld, das im Grunde gar nicht verfassungswidrig ist. Die Reaktion der SPD kommt einer Schadenfreude gegenüber den betroffenen Familien gleich. Und das von einer Partei, die immer von sozialer Gerechtigkeit spricht. Bei den Grünen, klingt es noch dramatischer. Forderten sie doch einst Ähnliches. Jetzt verteufeln sie das Betreuungsgeld und reden von einem fatalen Irrweg. Anscheinend haben Rot-Grün von einer Wahlfreiheit - Kita oder Eltern - Einfühlungsvermögen für Kleinkinder und von einem Kostenunterschied noch nichts gehört.

Allein die Bezeichnung Herdprämie ist gegenüber Müttern, die ihrer Verantwortung gerecht werden, eine Kulturschande. Als ob es nichts Wichtigeres gäbe, beispielsweise das Flüchtlingsproblem oder die von den SPD-Kanzlern Schmidt und Schröder verursachten Schulden, Griechenland und Euro-Krise. Hätte der Erst-Schuldenmacher Schmidt wenigstens seinen Kanzler-Genossen Schröder vor der Aufnahme Griechenlands in den Euro-Raum gewarnt, statt Kanzlerin Merkel zu Euro-Bonds Ratschläge zu erteilen. Politiker kommen und gehen, aber ihre Hinterlassenschaften bleiben.

Andreas Deichl92546 Schmidgaden

Nur aus Profitgier

Der Ausdruck "Herdprämie" ist eine Unverschämtheit und stellt eine Herabwürdigung bzw. Beleidigung der Mütter und Väter dar. Es sollte doch gefälligst den Eltern überlassen bleiben, ob sie die staatliche Leistung von monatlich 150 Euro in Anspruch nehmen möchten oder nicht. Viele Experten haben zurückliegend festgestellt, dass in den ersten drei Jahren die Bindung zwischen dem Kind und dem betreuendem Elternteil gefestigt wird und sich dann positiv für das ganze Leben auswirkt.

Die Vorhaben, einen Kita-Betreuungsplatz für 24 Stunden einzurichten und die achtstündige Arbeitszeit verändern zu wollen, sind ein Trauerspiel für die Familien mit Kindern. Die profitgierige Wirtschaft diktiert schon lange die Politik und der permanent ansteigende Leistungsdruck macht die Menschen bekanntlich krank. "Burn-out" lautet das neue Zauberwort, statt Entschleunigung. Daher sollten auch mit Vehemenz alle Kirchen- und Gewerkschaftsvertreter diesem menschenverachtenden Vorhaben entschieden entgegentreten. Der Volksmund sagt nicht zu unrecht "Profitgier frisst Hirn".

Josef Bäumler, 92723 Tännesberg

Mehr Zeit mit den Kindern verbringen

Als ich den Artikel über die Meinungen der Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände etc. zur Aufhebung des Betreuungsgeldes las, war ich überrascht. Da liest man von professioneller Betreuung und professionellem Bildungsangebot. Ist dies wichtiger als Mutter- und Vaterliebe? Oder wichtiger als intensive Zeit, die ich mit meinem Kind verbringen und Geborgenheit schenken möchte?

Ich finde es traurig, dass Eltern ihre Kinder so früh in fremde Hände geben und die Erziehung anderen Menschen überlassen. Gibt es etwas Schöneres als z. B. in Ruhe mit seinem Kleinen auf dem Sofa zu kuscheln und dem Nachwuchs ein Buch vorzulesen, Fragen zu beantworten oder einfach nur gemeinsam zu puzzeln, zu bauen ...? Wenn ich mein Kind morgens in die Tageseinrichtung bringe und zur Arbeit muss, bleibt für diese Dinge nicht die Zeit und Muße. Und wenn Mama und Papa arbeiten gehen, muss die Hausarbeit meist am Wochenende erledigt werden, also bleibt da auch nicht so viel Zeit für die Kinder.

Sicher gibt es Fälle, in denen ein Kind in einer Einrichtung besser aufgehoben ist als zu Hause; aber dies kann man doch nicht generell allen Eltern unterstellen. Ich habe fünf Kinder und es scheint, dass aus diesen allen etwas wird, obwohl sie nicht schon ab dem ersten, zweiten oder dritten Lebensjahr professionelle Betreuung hatten. Wegen des Betreuungsgeldes allein kann man sowieso nicht zu Hause bleiben, es ersetzt keinen Verdienst. Aber es kann vielleicht die Entscheidung leichter machen, sein Kind selbst zu erziehen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Eltern diese unwiederbringliche Zeit mit ihren Kindern genießen dürfen.

Diana Dötterl, 95676 Wiesau
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