Letzte Runde im Atompoker

Tage der Entscheidung: Am Genfer See verhandeln die Außenminister der Weltmächte über das iranische Atomprogramm. Ergebnisse dürfte es erst in letzter Minute geben.

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran haben die Teilnehmer bis zum Schluss um eine Einigung gerungen. Ein historischer Durchbruch ließ am Montag aber weiter auf sich warten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow verließ den Kreis der Außenminister im schweizerischen Lausanne und kehrte nach Moskau zurück, wie eine Sprecherin mitteilte. Falls es realistische Aussichten auf eine Vereinbarung gebe, werde er am Dienstag zurückkehren.

In zahlreichen technischen Fragen gebe es Annäherungen, hieß es aus Verhandlungskreisen, allerdings blieben politische Kontroversen. In dem seit mittlerweile rund zwölf Jahren andauernden Konflikt geht es im Kern um die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass der Iran Atomkraft zivil nutzen, jedoch keine Atomwaffen entwickeln kann. Teheran hat diese Absicht stets bestritten. Im Gegenzug fordert die Islamische Republik die Aufhebung westlicher Wirtschaftssanktionen. Ein Ergebnis wäre ein wichtiger Baustein für mehr Stabilität im Nahen Osten.

Seit dem Wochenende verhandeln die Außenminister der UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschlands mit den iranischen Vertretern in der Schweiz. Die selbst auferlegte Frist für eine Grundsatzeinigung endet heute um Mitternacht. Eine Einigung war dabei noch nie so nah, wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zuletzt sagte. (Seite 8)
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