"Licht aus": Köln wappnet sich für Pegida-Demonstration am 5. Januar
Städtetag widerspricht Sinn

Mit seinen Thesen zur Zuwanderung stößt Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn auf Kritik. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund nannte Sinns Darstellung, wonach Zuwanderer derzeit mehr kosten als nutzen, "nicht haltbar". Die gesellschaftliche Realität widerspreche dieser Auffassung, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. So seien etwa viele Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsgebieten gut qualifiziert und fänden häufig schnell eine Arbeit.

Im Übrigen, so Landsberg weiter, verbiete sich eine Kosten-Nutzen-Analyse, da diese Menschen aus humanitären Gründen aufgenommen würden. Politik und Kirchen gingen unterdessen weiter auf Distanz zur islamkritischen Pegida-Bewegung. Die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz (SPD), warf der Gruppierung Rassismus vor. "Es ist überhaupt nicht legitim, seinen Frust an Sündenböcken auszulassen und pauschal alle Angehörigen einer Religion zu diskriminieren - und genau das macht Pegida mit den Muslimen", sagte Özuguz. Ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzt unterdessen das Erzbistum Köln: Während der für Montag (5. Januar) angekündigten Pegida-Demonstration bleibt der Dom im Dunkeln, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. "Die Hohe Domkirche möchte keine Kulisse für diese Demonstration bieten", sagte Dompropst Norbert Feldhoff.

"Nach den beschämenden Demonstrationen der HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten), die das Image unserer schönen Stadt beschädigt haben, ist dies ein überfälliges Signal." Damit folge die Kirche dem Beispiel der Dresdner Semperoper, die während der dortigen Umzüge demonstrativ ihre Außenbeleuchtung abgeschaltet hatte. Die Kölner Aktion "Licht aus für Rassisten" hat auch die Bürger aufgerufen, während des Demonstrationszuges die Innen- und Außenbeleuchtung von Gebäuden auszuschalten.
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