Linke bilden neue Partei

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras beim Gespräch mit Präsident Prokopis Pavlopoulos (nicht im Bild), nachdem Tsipras seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Griechen sollen am 20. September neu wählen. Bild: dpa

Griechenland steht wieder einmal vor Neuwahlen. Deutschland besteht darauf, dass sich Athen an die Sparauflagen hält - egal, wie die Wahl ausgeht. Es wird spannend.

Nach dem Rücktritt des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras steht dem Linkspolitiker eine neue Kraftprobe bevor. Der linke Flügel seiner Regierungspartei Syriza spaltete sich ab und bildete unter dem Namen Volkseinheit (LAE) eine eigene Parlamentsgruppe. Sie ist die drittstärkste Kraft - nach Syriza mit jetzt nur noch 124 Abgeordneten und der konservativen Nea Dimokratia mit 76 Abgeordneten. Wie der Anführer der 25 Abweichler, Panagiotis Lafazanis, bekanntgab, werden die Abgeordneten rasch eine neue gleichnamige Linkspartei gründen und bei den Neuwahlen antreten. Wahltermin ist laut Regierungskreisen der 20. September.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet von Griechenland die Einhaltung der versprochenen Reformen - unabhängig vom Ausgang der geplanten Wahlen. "Getroffene Vereinbarungen gelten, auch über Wahltage hinaus", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos nahm Tsipras' Rücktrittsgesuch am Donnerstagabend an. Nur wenige Stunden zuvor hatte Griechenland die ersten 13 Milliarden Euro aus dem dritten Hilfsprogramm der Euro-Partner erhalten und damit Schulden in Höhe von 3,4 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank (EZB) beglichen.

Tsipras strebt nach eigenen Worten ein neues, "starkes" Regierungsmandat an: Jetzt, wo das milliardenschwere Hilfspaket unter Dach und Fach sei, wolle er gestärkt mit den internationalen Geldgebern über eine Umstrukturierung des Schuldenbergs verhandeln. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem zeigte sich angesichts der bevorstehenden Neuwahlen gelassen. Eine breite Mehrheit im jetzigen Parlament stehe hinter dem Rettungspaket.
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