London schickt Bomber

Das Bündnis gegen die Terrormiliz Islamischer Staat erhöht den Druck. Weitere Länder machen sich für Luftangriffe bereit. Auch Großbritannien will der "Allianz der Willigen" beitreten und sich an Luftschlägen im Irak beteiligen.

Mit Kampfflugzeugen wollen weitere europäische Staaten die Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt sagte am Freitag, ihr Land werde sieben F16-Maschinen und Soldaten für die Ausbildung der IS-Gegner entsenden. Im britischen Parlament stimmte eine große Mehrheit von 524 Stimmen bei 43 Nein-Stimmen für eine Beteiligung an Luftschlägen im Irak. In London sprachen sich neben Premierminister David Cameron auch Oppositionsführer Ed Miliband für eine britische Beteiligung an Militärschlägen aus.

Der IS sei "eine klare und erwiesene Bedrohung für das Leben von Briten", sagte Cameron. Die Abgeordneten waren für die Abstimmung aus der Sommerpause zurückgeholt worden. Nach Medienberichten sollten erste Kampfflugzeuge der Royal Air Force noch am Freitag in die Kämpfe eingreifen. Das Mandat schließt den Einsatz von Bodentruppen aus. Ausgeklammert ist ebenso eine Beteiligung an Luftschlägen in Syrien.

Deutschland will unterdessen verhindern, dass weitere Terrorkämpfer in das Krisengebiet ausreisen. Die Personalausweise potenzieller Terrorkämpfer aus Deutschland sollen dazu möglicherweise einen Sperrvermerk erhalten oder ganz eingezogen werden. Das Bundesinnenministerium bestätigte in Berlin, dass beide Optionen von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe geprüft werden.

Nach den Drohungen des IS gegen westliche Länder warnte das Auswärtige Amt vor erhöhten Anschlags- und Entführungsrisiken im Ausland. Für zahlreiche afrikanische, arabische und asiatische Länder, in denen islamistische Terrorgruppen aktiv sind, veröffentlichte das Amt am Freitag in Berlin einen "dringenden regionalen Sicherheitshinweis".

Die Polizei in Essen hat einen 21-jährigen Terrorverdächtigen festgenommen, der länger in Syrien war. Dem Mann, der nach eigenen Angaben Kontakt zur Terrormiliz IS hatte, wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.
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