Londoner Strategie-Studie: Kaum nachhaltige Erfolge im Kampf gegen IS-Terrormiliz
Luftschläge reichen nicht aus

Der militärische Erfolg im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) keineswegs gesichert. Die US-geführten Luftschläge und die regionalen Bodentruppen hätten bisher nur etwa ein Prozent der Fläche zurückgewinnen können, die zuvor von IS-Kämpfern eingenommen wurde, sagte der Generalsekretär der weltweit beachteten Denkfabrik, John Chipman, am Mittwoch in London bei der Vorstellung des IISS-Reports zum militärischen Gleichgewicht in der Welt.

"Es ist klar, dass die kurdischen Peschmerga, die irakische Armee und die Freie Syrische Armee (FSA) trotz der US-Unterstützung mit Waffen, Ausbildung und Luftschlägen noch nicht stark genug sind, um nachhaltige Erfolge gegen den IS zu erzielen", sagte Chipman. Die Konzentration auf militärische Gewinne reiche nicht aus, um die Taktik des IS zu durchbrechen. Es brauche eine Strategie, um das Vertrauen der sunnitischen Minderheit im Irak zurückzugewinnen.

Der Konflikt mit dem IS in Verbindung mit den Folgen des Arabischen Frühlings habe auch dazu beigetragen, dass die Verteidigungsausgaben in den Ländern des Nahen Ostens sprunghaft nach oben geschossen sind. Die Militärbudgets in der Region seien bis zum Jahr 2011 jährlich um 3,5 Prozent gestiegen. Nun rechnen die Londoner Militärexperten mit einer Steigerung um zehn Prozent pro Jahr. Mit 80,8 Milliarden US-Dollar (71,5 Milliarden Euro) war Saudi-Arabien im vergangenen Jahr das Land mit dem drittgrößten Verteidigungsetat weltweit.

US-Präsident Barack Obama hat unterdessen vom Kongress für den Krieg gegen die Terrormiliz IS auch die Genehmigung für den begrenzten Einsatz von Bodentruppen gefordert. Obama rief das Parlament am Mittwoch auf, Militäraktionen im Irak und in Syrien prinzipiell auch am Boden zu erlauben, sollten spezielle Umstände dies erfordern.
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