Lucke will seine Anhänger zur Zukunft befragen - Petry bestreitet Rechtsruck
AfD vor Austrittswelle

Die AfD steht nach der Parteitagsniederlage ihres liberal-konservativen Flügels vor einer Austrittswelle. Zahlreiche Mitglieder in den Landesverbänden äußerten die Absicht, die Alternative für Deutschland (AfD) zu verlassen. Das berichteten Parteifunktionäre aus Bayern, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am Montag. Der baden-württembergische Landeschef Bernd Kölmel trat am Montag aus der Partei aus. "Dieser Bundesparteitag hat gezeigt, dass sich die Koordinaten verschoben haben und noch weiter verschieben werden", sagte Kölmel. Parteigründer Bernd Lucke und seine liberal-konservativen Mitstreiter wollen in den nächsten Tagen mit einer Umfrage unter den Mitgliedern des von ihnen gegründeten Vereins "Weckruf 2015" herausfinden, welche Strategie bevorzugt wird. Bei der Vorsitzendenwahl hatte Luckes Gegenspielerin Frauke Petry am Samstag auf dem Parteitag in Essen dank der Unterstützung der Nationalkonservativen klar gewonnen. Lucke und seine Anhänger zeigten sich entsetzt über die Redebeiträge einiger Parteitagsbesucher, die von einer "Invasion von Asylanten" sprachen und für Pauschalurteile über Muslime donnernden Applaus ernteten. Petry, die während dieser Reden nicht einschritt, bemühte sich in ihrer Abschlussrede und später auch in einer E-Mail an alle Mitglieder, den Eindruck zu vermeiden, die Partei sei nun weiter nach rechts gerückt. Sie schrieb: "Bitte lassen Sie sich nicht von den aktuellen Presseberichten irritieren, die uns einmal mehr ins politische Abseits stellen wollen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Essen (341)Juli 2015 (8667)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.