Luftangriffe bremsen IS

Mit einer großen Flagge in den traditionellen Farben forderten am Samstag rund 20 000 Kurden mehr Unterstützung für ihre von der IS bedrohten Landsleute in Syrien. Bild: dpa

Bisher schien sich die Terrormiliz Islamischer Staat bei ihrem Vormarsch kaum aufhalten zu lassen. Jetzt zeigen die Luftschläge in der Grenzstadt Kobane erste Wirkung. Doch die Lage bleibt gefährlich.

Luftschläge der internationalen Koalition haben den Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der umkämpften syrischen Grenzstadt Kobane vorerst gebremst. Idris Nassan, Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte am Sonntag: "Die jüngsten Luftangriffe waren sehr hilfreich." Allerdings fehlten den kurdischen Kämpfern nach wie vor Waffen und Munition.

Die US-Regierung zeigte sich vor dem heutigen Treffen der Anti-IS-Koalition in Washington erstmals vorsichtig optimistisch über die Lage in Kobane. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, die USA würden weiterhin "alles tun, was mit Luftangriffen möglich ist", um die Dschihadisten aus der Stadt zurückzudrängen. "Tatsächlich gibt es da einige Fortschritte", betonte er.

Der Kampf zur Zerstörung der Terrormiliz werde aber lang und schwer. Im Irak gingen die Dschihadisten dagegen mit Selbstmordanschlägen in die Offensive, bei denen viele Menschen starben. Dort soll sich am Sonntag auch ein Deutscher in die Luft gesprengt haben.

Aus Sorge vor einem Massaker in Kobane haben Kurden aus Deutschland am Samstag auf einer Kundgebung mehr Unterstützung durch die Türkei verlangt. In Düsseldorf forderten mehr als 20 000 Kurden die Bundesregierung auf, ihren Einfluss geltend zu machen, damit in dem Gebiet nahe der türkischen Grenze ein Sicherheitskorridor für Hilfs- und Waffenlieferungen geschaffen werde.

In Diyarbakir im Südosten der Türkei sind drei Fotoreporter aus Deutschland festgenommen worden. Dies berichteten am Sonntag ihre Kollegen sowie das kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit. Ihnen wird vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein. Die Fotografen wollten in der kurdisch geprägten Region über die Proteste gegen IS berichten. Dabei waren in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet worden.
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