Luftangriffe zerstören Hospitäler
Aleppo ohne Krankenhäuser

Über Twitter verbreitete das russische Verteidigungsministerium ein Video, das den Abschuss von Kalibr-Marschflugkörpern von der Fregatte "Admiral Grigorovich" zeigt. Das Ziel: Aleppo. Bild: dpa

Aleppo. Die heftigsten Angriffe des syrischen Regimes auf Aleppo seit Wochen haben viele Menschen getötet und zu einem Kollaps der medizinische Versorgung in den Rebellengebieten geführt. Alle größeren Krankenhäuser im Ostteil der umkämpften nordsyrischen Stadt seien zwischenzeitlich außer Betrieb gewesen, berichtete die Union of Syrian Medical Organizations (UOSSM). Zudem starben am Wochenende mehr als 40 Zivilisten durch Gewalt von beiden Seiten. Unter den Toten waren auch mindestens zwölf Kinder.

Bereits am Freitag waren UOSSM zufolge vier Krankenhäuser nach schweren Luftschlägen geschlossen worden. Unter den Kliniken sei auch die letzte noch funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos gewesen, die schon in den Tagen zuvor Ziel von Bombardements war. Die USA verurteilten die Attacken. Aleppo gilt als eines der wichtigsten Schlachtfelder in Syrien und Symbol des verheerenden Bürgerkrieges. UN-Vermittler Staffan de Mistura scheiterte bei der Regierung in Damaskus nach Aussage von Außenminister Walid al-Moallem mit einem Plan, den Osten Aleppos unter Selbstverwaltung zu stellen. Dieser Vorschlag sei komplett zurückgewiesen worden, sagte Al-Moallem der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge am Sonntag.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte vor dem Zusammenbruch der Infrastruktur in Aleppo. Wenn das Stromnetz nicht mehr funktioniere, sei auch die Wasserversorgung betroffen, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit, Christof Johnen, dem Berliner "Tagesspiegel". In Folge könnte auch das Abwassersystem versagen. "Das kann der Auftakt zu fatalen Abwärtsspiralen sein, die das gesamte Versorgungssystem einer Großstadt wie Aleppo gefährden", sagte Johnen. Humanitäre Hilfe sei wegen fehlender Sicherheitsgarantien unmöglich.
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