Märkische Oderzeitung
Pressestimmen

Die Tageszeitung kommentiert den Poker um Syrien:

Schon vor dem Treffen mit Obama genoss der Mann aus dem Kreml seinen Triumph: Dass es ohne ihn und seinen Einfluss auf Baschar al-Assad keine Lösung für Syrien geben werde, sei dem Westen wohl endlich klar geworden. Doch dieser Einfluss hat eine sehr fragwürdige Seite, da Assad ein Diktator ist, dessen Armee Zigtausende Menschenleben auf dem Gewissen hat. Die Frage lautet zudem, in welche Richtung Putin seinen Einfluss zu nutzen gedenkt. Klar ist derzeit nur, dass weder der Kremlchef dem Westen, noch der Westen dem Kremlchef vertraut.

Wedomosti

Die Moskauer Zeitung schreibt zur russischen Syrienpolitik:

Russland hat es geschafft, die Lage komplizierter zu machen: Die Zunahme der Waffenlieferungen nach Syrien und der Zahl der (russischen) Militärberater und -ausbilder erfordert zumindest eine komplexere Absprache unter den Gegnern des Islamischen Staates (IS) für Kampfhandlungen. Zugleich ist nicht klar, welche Rolle Russland real spielen kann. "Kampf gegen den IS" ist ein Allgemeinplatz; in Syrien tobt ein multilateraler Bürgerkrieg. Gerade der beharrliche Schutz des Assad-Regimes hat Russland bisher verhandlungsunfähig gemacht.

Freie Presse

Das Blatt aus Chemnitz meint zum Verhältnis von Obama und Putin:

Die USA können mit Assad nicht zusammenarbeiten, schon eine Übergangslösung wäre gefährlich, weil sie die falschen Signale in die Region aussenden würde.... Die USA würden Gefahr laufen, ihren Einfluss dort zu verlieren. Russland wiederum könnte den Preis für einen Assad-Verzicht hochtreiben - gegen Zugeständnisse in der Ukraine. Putin will raus aus der weltpolitischen Isolation, sein erster Auftritt vor der UN nach rund zehn Jahren war für ihn ein Triumph - und eine Bestätigung, dass er in der Syrien-Frage am längeren Hebel zu sitzen scheint.
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