Mecklenburg-Vorpommern: Rot-Schwarz muss mit herben Verlusten rechnen
Überholt die AfD die CDU?

Rostock/Schwerin. Starke Verluste für die rot-schwarze Regierungskoalition und ein Rekordergebnis für die AfD - mit dieser Aussicht wählt Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag einen neuen Landtag. Nach den jüngsten Meinungsumfragen kann sich das seit zehn Jahren regierende SPD/CDU-Bündnis von Ministerpräsident Erwin Sellering zwar Hoffnungen machen, erneut eine Mehrheit zu bekommen. Erstmals könnte die rechtspopulistische AfD die CDU jedoch bei einer Landtagswahl überholen und zweitstärkste Kraft werden. Dies wäre ein herber Schlag für den Landesverband von Kanzlerin Angela Merkel.

Die Landtagswahl im Nordosten gilt - ebenso wie die zwei Wochen später in Berlin - auch als Stimmungstest vor der Bundestagswahl in einem Jahr. Die AfD, die im Wahlkampf erneut die Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel in den Mittelpunkt rückte und damit landespolitische Themen an den Rand drängte, erreichte in Umfragen zuletzt 22 bis 23 Prozent. Damit lag sie hinter der SPD (28 Prozent) in etwa gleichauf mit der CDU. AfD-Bundesvize Alexander Gauland hatte auf der Abschlusskundgebung seiner Partei am Donnerstagabend in Schwerin sogar 30 Prozent als möglich bezeichnet, Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kündigte an, man wolle stärkste Partei werden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel erneuerte seine Kritik an der AfD, die gemeinsam mit Neonazis "einen braunen Sumpf" bilde. Er warb um Zustimmung für Ministerpräsident Sellering, der ein "Bollwerk" gegen Rechts sei und das Land mit seiner Politik spürbar vorangebracht habe.
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