Mehr Soldaten sollen nach Afghanistan

Angesichts der schlechten Sicherheitslage in Afghanistan hat das Kabinett eine moderate Ausweitung des Bundeswehreinsatzes am Hindukusch beschlossen. Die Obergrenze für das Mandat soll von derzeit 850 auf 980 Soldaten erhöht werden. Am Ziel des Auftrags, der Ausbildung und Beratung einheimischer Kräfte, ändert sich aber nichts. Die Regierung will den Text des Mandats jedoch leicht verändern. Denn dieser erlaubt bisher nur eine sehr eingeschränkte Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte in Krisensituationen. Deshalb durften sich deutsche Soldaten nach der Eroberung der Stadt Kundus durch die Taliban Ende September - anders als beispielsweise die Amerikaner - auch nur für wenige Stunden am Flughafen Kundus aufhalten. Dort berieten sie die afghanischen Kommandeure, die eine Gegenoffensive vorbereiteten. Ein längerer Aufenthalt am Flughafen, der außerhalb des Kampfgebietes lag, wäre durch das aktuelle Mandat nicht gedeckt gewesen.

Das Kabinett entschied sich auch für eine Verlängerung der Beteiligung an der Anti-Terror-Mission "Active Endeavour" zur Seeraumüberwachung im Mittelmeer. Über beide Mandate muss nun noch der Bundestag entscheiden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.