Mehr Tote und Verletzte bei Kämpfen - Nato will Kiew stärker unterstützen
Düsteres Bild der Ostukraine

Noch immer laufen Ermittlungen an der Absturzstelle von Flug MH17. Die Nato will die Ukraine mit Flugverkehrsdaten versorgen. Bild: dpa
Die Lage in der Ost-ukraine bereitet trotz der jüngsten Vermittlungsbemühungen von Deutschland und Frankreich große Sorgen. "Wir registrieren wieder eine größere Anzahl von Verletzten und Toten unter der Zivilbevölkerung", sagte der stellvertretende Leiter der OSZE-Beobachtermission, Alexander Hug, in Brüssel. Auch die Zahl der getöteten Kämpfer steige auf beiden Seiten. Nach Hugs Angaben nehmen die Spannungen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten seit Ende April fast täglich zu. Dabei würden wieder verstärkt schwere Waffen eingesetzt, und auch die Zerstörung der Infrastruktur nehme zu. Ob Russland, wie von der Nato behauptet, noch immer Truppen und Ausrüstung in den Osten der Ukraine schickt, kann die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) nach Hugs Angaben nicht beurteilen. Mit der einzigen verfügbaren Aufklärungsdrohne lasse sich nicht einmal die Hälfte des relevanten Gebiets überwachen, sagte der Schweizer.

Die Verteidigungsminister der Nato-Staaten beschlossen bei einem Treffen am Donnerstag in Brüssel eine stärkere Unterstützung der pro-westlichen Regierung in Kiew. Unter anderem soll es dabei um die Entschärfung von Minen und selbst gebauten Sprengsätzen gehen, die im Bürgerkrieg von Separatisten eingesetzt werden. Rund ein Jahr nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 in der Ukraine nach einem Raketentreffer stärkt die Nato zudem die Luftraumüberwachung in dem Land. Die Alliierten Polen, Norwegen und Türkei stellen den ukrainischen Lotsen künftig Flugverkehrsdaten aus der Region zur Verfügung. "Dies wird zur Luft- sicherheit beitragen", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
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