Merkel beklagt Benachteiligung von Migranten bei Bewerbungsgesprächen
Reform der Ausländerpolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Benachteiligung von Migranten schon beim Einstieg ins Berufsleben beklagt. Dass Menschen ausländischen Namens viel seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden, sei "leider richtig", sagte Merkel am Samstag in einer Video-Botschaft. Sie mahnte, alle müssten die Chance auf eine Berufsausbildung erhalten - ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

Unterdessen zeichnet sich einen Neuordnung der Migrationspolitik ab. Gut integrierte Ausländer sollen bleiben dürfen, radikale oder kriminelle Zuwanderer schneller abgeschoben werden: Das ist nach Medienberichten die Stoßrichtung des Gesetzentwurfs zur Reform des Aufenthaltsrechts, den Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Kürze ins Kabinett einbringen will.

Nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" (PNP) und des Magazins "Der Spiegel" ist ein Bleiberecht für lediglich geduldete Menschen unter 27 Jahren vorgesehen, die vier Jahre in Deutschland erfolgreich die Schule besucht haben. Auch Erwachsene, die gut Deutsch sprechen, ihren Lebensunterhalt weitgehend selbst verdienen und seit sechs Jahren (mit Kind) oder acht Jahren (ohne Kind) in Deutschland leben, sollen hier eine Zukunft haben. Für Ausländer, die sich radikalisieren oder straffällig werden, sind laut "PNP" raschere Abschiebungen geplant, ebenso Wiedereinreisesperren von bis zu zehn Jahren.

Ausländern, deren Bildungsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt sind, will die Bundesregierung den Zuzug erleichtern. Sie sollen laut dem Magazin "Spiegel" für bis zu 18 Monate einreisen dürfen, um die Abschlüsse anzupassen.
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