Merkel verteidigt Absprachen in der Flüchtlingspolitik
Türkei verschärft Ton

Berlin/Istanbul. Trotz des Streits um die geplante Visa-Freiheit will die Bundesregierung das umstrittene EU-Türkei-Abkommen zur Flüchtlingspolitik retten. Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier verteidigten die Vereinbarung und warnten vor einem Scheitern. Merkel wies den Vorwurf zurück, sich zu stark in Abhängigkeit vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu begeben. Europa müsse lernen, Fluchtursachen zu bekämpfen und Menschen zu ermöglichen, sich gar nicht erst auf die Flucht zu machen, sagte die Kanzlerin am Donnerstag.

Erdogan heizte indes die Diskussion an und sagte an die Adresse der Europäischen Union gerichtet: "Seit wann lenkt ihr die Türkei? Er unterstellte der EU außerdem, "Terroristen" mit Waffen und Geld auszustatten. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bekräftigte, dass die Türkei alle Bedingungen für die Visa-Liberalisierung einhalten müsse. "Wenn Herr Erdogan die Strategie verfolgt, den Türken das Recht auf freie Reise nach Europa zu verwehren, dann muss er das dem türkischen Volk gegenüber verantworten. Das wird sein Problem sein, nicht meines."
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