MH17-Abschuss: Russland begründet Nein zu Tribunal mit laufenden Ermittlungen
Aufschrei über Moskaus Veto

Russland ist nach seinem Veto gegen ein UN-Tribunal zum Abschuss des Passagierfluges MH17 international scharf kritisiert worden. Die Regierungschefs der am meisten von der Tragödie betroffenen Länder reagierten am Donnerstag zutiefst empört und enttäuscht. Eine EU-Sprecherin sagte: "Wir bedauern sehr, dass der UN-Sicherheitsrat die Resolution wegen des russischen Vetos nicht verabschiedet hat." Mit ihr wäre ein verbindlicher und glaubwürdiger Mechanismus zur Verfolgung der Verantwortlichen für die schreckliche Katastrophe mit 298 Todesopfern geschaffen worden. Russland verteidigte hingegen seine Ablehnung. Die Veto-Macht hatte die Resolution über ein UN-Tribunal am Mittwochabend mit dem Hinweis auf die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen blockiert. Durch das Veto hätten die internationalen Bemühungen um einen unabhängigen Prozess einen "Rückschlag" erlitten, erklärte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag. Da die meisten Opfer Niederländer waren, leitet das Land alle Ermittlungen zu Ursache und Tätern. Australiens Regierungschef Tony Abbott nannte das Veto "unerhört". Russland verteidigte dagegen seine Entscheidung. Die Initiative sei voreilig und politisch motiviert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.
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