Mindestens 30 Tote bei Beschuss der Hafenstadt Mariupol
Konflikt in Ostukraine eskaliert

Hilfe für die Opfer: Einwohner von Mariupol spendeten nach dem Beschuss der Stadt Blut für die Verletzten des Angriffs. Bild: dpa
Nach der Ankündigung einer Offensive der prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind bei Raketenbeschuss der Hafenstadt Mariupol mindestens 30 Zivilisten getötet und 100 verletzt worden. Das berichtete die Verwaltung der Stadt am Asowschen Meer am Sonntag. Aufständische und die Kiewer Führung beschuldigten sich gegenseitig, das Wohngebiet am Samstag angegriffen zu haben. Präsident Petro Poroschenko berief den Nationalen Sicherheitsrat ein und forderte Friedensverhandlungen: "Es gibt keine Alternative."

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sieht Hinweise, dass die moskautreuen Separatisten für den Angriff verantwortlich sein könnten. Die Raketen seien östlich der Hafenstadt abgefeuert worden, wo die Aufständischen die Kontrolle hätten, wurde mitgeteilt. Die Raketen hatten mehr als 70 Gebäude beschädigt.

Der Nationale Sicherheitsrat wies die Regierung am Sonntag an, die Aufständischen wegen Delikten im Bürgerkrieg beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag anzuklagen. Zudem soll sich die Regierung dafür einsetzen, die selbst ernannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk international als Terrororganisationen zu ächten.

Kauf weiterer Waffen

Als Reaktion auf den Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupo, ordnete der Sicherheitsrat unter anderem den Kauf neuer Waffen für die Streitkräfte an. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hält trotz der Eskalation an den Vermittlungsbemühungen fest. US-Außenminister John Kerry schlug in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow nach Angaben des Außenministeriums in Moskau vor, die internationalen Verhandlungen auszuweiten. Die Ukraine dringt auf eine Beteiligung der USA. Lawrow sagte, vor allem müssten Kiew und die Separatisten miteinander sprechen.

Zuvor hatte Kerry Russland vorgeworfen, die Separatisten mit Waffen zu versorgen. Auch EU und Nato forderten Russland auf, die Hilfe für die Separatisten einzustellen. Moskau bestreitet, den Aufständischen zur Seite zu stehen.
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