Mit neuer Bibel ins Reformationsjahr
Evangelische Kirche startet ins Gedenkjahr

Anlässlich des Reformationsjahres erhalten mehr als 2200 evangelische Kirchengemeinden eine neue Lutherbibel. Bild: dpa

Eisenach. (dpa/epd) Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) geht mit einer Neufassung der Lutherbibel in das Reformationsjubiläum. In einem Festgottesdienst in der Eisenacher Georgenkirche übergab der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag das von Wissenschaftlern überarbeitete Werk. Am Reformationstag an diesem Montag beginnt das Gedenkjahr für 500 Jahre Reformation. Der Reformationstag erinnert an Martin Luthers Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 in Wittenberg.

An der Fassung für das Reformationsjahr haben 70 Theologen sechs Jahre lang gearbeitet. In den nächsten Tagen sollen mehr als 2200 evangelische Kirchengemeinden eine Altarausgabe erhalten. Fast 12 000 der rund 31 000 Verse wurden in der Neufassung geändert. Auf die Wörter gerechnet sind das allerdings lediglich acht Prozent. EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann forderte zum kritischen Lesen der Bibeltexte auf. "Genau das wollten die Reformatoren." Es sei "nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch eine Frage der Bildung, ob Menschen diese Geschichten kennen", sagte Käßmann. Die Bibel sei Kulturgut, betonte sie: "Selbst wenn jemand sagt, er habe mit dem christlichen Glauben keinerlei Berührung, muss er doch zumindest eine Ahnung haben, was in der Bibel steht." Dies sei Voraussetzung, um "Architektur, Literatur und Geschichte in unserem Land zu verstehen." Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm erklärte, die Texte enthielten die Botschaft von Gottes Gnade, "eine Botschaft, die diese Welt dringend braucht".
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