Mitgliederversammlung der Tell-Schützen: Vermieter kündigt Vereinsheim
"Ein Risiko, aber es lohnt sich"

Eine ideale Lage neben dem Königsteiner Rathaus besitzt der Finzlstadl. Deshalb kaufte ihn die Marktgemeinde vor einigen Jahren. Jetzt soll er abgebrochen werden und Platz machen für ein neues Schützenheim oder ein Gemeinschaftshaus für mehrere Vereine. Bild: wku

Der Vermieter hat den Tell-Schützen die Kündigung für ihr Vereinsheim zum 31. März 2016 geschickt. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung diskutierte über die Frage von Christian Kopp: "Machen wir weiter oder lösen wir uns auf?"

Ohne ein Heim stünde in der Tat der Fortbestand des Vereins zur Disposition, da er seinen Schießbetrieb einstellen müsste. Mit deutlichen Mehrheiten entschieden die Tell-Schützen, dass es nicht so kommen darf. Dafür nehmen sie auch einen höheren Beitrag in Kauf.

Vor einiger Zeit hat sich ein Bauausschuss mit Christian Kopp aus Kürmreuth an der Spitze gebildet. Das Gremium sondierte die Schaffung eines neues Schützenheims und die Aussicht auf Fördermittel.

Ursprünglich kursierte der Gedanke, die Schießbahn im Obergeschoss des ehemaligen Schreinerhauses einzubauen. Die Marktgemeinde hatte es kürzlich bei einer Versteigerung erworben. Allerdings stellte sich dann das Problem heraus, dass die staatlichen Förderungen an die Barrierefreiheit gekoppelt sind. Außerdem riet die Regierung von dieser Lösung ab.

Zuschuss mit Bedingung

Als zweite Variante brachte Christian Kopp den Finzlstadl beim Rathaus ins Spiel, der ebenfalls der Gemeinde gehört. "Er müsste abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden", dachte Kopp laut nach. Dafür gäbe es vom Oberpfälzer Schützenbund 25 Prozent Zuschuss - jedoch nur, wenn der Vereinsbeitrag erhöht wird.

Möglich wäre auch eine Nutzung des Gebäudes durch mehrere Vereine. Bürgermeister Hans Koch gab zu bedenken, dass die Vorplanungen und die Finanzierungsberechnungen mindestens zwei bis drei Jahre dauern werden. Der Bauherr wäre in jedem Fall die Gemeinde.

Gauschützenmeister Wolfgang Moll erzählte aus seinem reichem Erfahrungsschatz über den Bau neuer Schützenhäuser. Er hielt die Errichtung eines Gemeinschaftshauses für vorteilhaft, da es besser gefördert würde. "Es ist ein Risiko, aber es lohnt sich", meinte der Gauschützenmeister.

"Krise als Chance sehen"

Martina Baumeister rief in einer flammenden Rede auf, die Krise als Chance zu sehen. Der Neubau eines Schützenheimes würde die Umrüstung auf Elektronik bedeuten. Das sei für Jugendliche attraktiv. Sie wies ebenso auf die vielen jungen Schützen hin, die im Vorstand mitarbeiten.

Nach einer längeren Diskussion gab es zwei Abstimmungen. Den Bau eines neuen Schützenheims befürwortete eine große Mehrheit mit 24 Ja- und zwei Neinstimmen. Ähnlich deutlich ging es bei der Erhöhung des Vereinsbeitrags von 25 Euro auf 40 Euro aus. 23 Schützen stimmten zu, drei sagten Nein.

Jetzt ist der Bauausschuss am Zug. Er wird einen Planer beauftragen und erste Schritte unternehmen, um Zuschüsse zu bekommen.
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