Mütter und Väter können ab Juli bis zu 28 Monate mit staatlicher Förderung rechnen
Elterngeld: Mehr Zeit für Kinder

Der Bundestag hat die Einführung des sogenannten Elterngeld Plus zum 1. Juli 2015 beschlossen. "Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rücken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein wollen", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag vor der Abstimmung im Bundestag.

Die neue Variante des einkommensabhängigen Elterngeldes bietet Müttern und Väter die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten und trotzdem staatliche Unterstützung zu erhalten. Die Eltern bekommen zwar beim Elterngeld Plus nur halb so viel Geld wie die Bezieher des regulären Elterngeldes. Dafür ist aber der Zeitraum, in dem die Familie Unterstützung erhält, mit 24 Monaten doppelt so lang wie bisher. Arbeiten Mutter und Vater beide jeweils zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, gibt es einen Partnerschaftsbonus. Das heißt, die Unterstützung wird noch für weitere vier Monate bezahlt.

Das herkömmliche Elterngeld wird auch weiterhin existieren. Eltern können sich künftig entweder für eine der beiden Varianten entscheiden oder beide kombinieren. Die Arbeitgeber kritisieren, dass ihnen die Neuregelung noch mehr Flexibilität abverlangt. Denn Eltern können ihre Elternzeit künftig in drei statt zwei Zeiträume aufteilen. Außerdem wird es für die Bezieher von Elterngeld Plus möglich sein, einen Teil der bezahlten Auszeit später zu nehmen, und zwar bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes. Grüne und Linke bemängelten zwar, das Gesetz nehme zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden und benachteilige die Bezieher von Sozialleistungen. Dennoch bezeichneten auch sie die Neuregelung als Schritt in die richtige Richtung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.