Nach der Brexit-Entscheidung
Was sich für Urlauber ändert

Für London-Touristen ändert sich nichts - vorerst. Bild: dpa


Brexit und UrlauberNach dem Votum für den Brexit dürften sich viele Urlauber und Geschäftsreisende fragen, was die Entscheidung für sie bedeutet. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

Großbritannien ist schon derzeit kein Mitglied des Schengener Abkommens. Derzeit bedeutet das bei Reisen auf die Insel: Es gibt bei der Einreise nach Großbritannien strengere Kontrollen als in vielen Teilen der EU. Urlauber müssen also wenigstens ihren Personalausweis vorzeigen. "Und daran wird sich auch künftig erst mal nichts ändern", erklärt Bernd Krieger, Leiter des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz Deutschland. Ob der Ausweis künftig reicht oder vielleicht sogar Reisepass und Visum nötig sind, ist nun die Frage.

Auch die Fahr- und Fluggastrechte könnten betroffen sein vom Brexit: Die EU-Leitlinien sprechen Reisenden zum Beispiel bei Verspätung oder Annullierung eine Entschädigung zu, wenn sie mit dem Zug oder Flugzeug innerhalb sowie aus der oder in die EU reisen. Was wird daraus? "Das kann man im Moment gar nicht sagen", erklärt Krieger. Möglich ist, dass Großbritannien solche Regelungen auch weiterhin einhält. So garantieren laut Krieger etwa auch Island und Norwegen als Nicht-EU-Mitglieder die gleichen Fahrgastrechte wie die Staatengemeinschaft, denn sie gehören dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) an. Krieger rechnet sogar mit einem britischen Abkommen mit der EU. Denn: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Vereinigte Königreich seinen Bürgern nicht mehr die Verbraucherrechte geben möchte wie bisher", sagt der Verbraucherschützer.

Wer als Tourist auf einer Reise nach Großbritannien krank wird, für den ändert sich erstmal nichts. Während der zweijährigen Übergangsfrist übernehmen die Krankenkassen die Kosten für medizinisch notwendige Heilbehandlungen. Vorausgesetzt, der Reisende sucht sich einen Allgemeinarzt, der für den Nationalen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) arbeitet, teilt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit. Eine Übersicht der Ärzte und Krankenhäuser gibt es im Internet: www.nhs.uk/pages/home.aspx. Für privat Krankenversicherte gilt: Bei vorübergehenden Aufenthalten macht es keinen Unterschied, ob Großbritannien zur EU gehört oder nicht, informiert der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Wer mehrere Monate außerhalb Europas unterwegs ist, sollte die Bedingungen des Versicherers prüfen. Oft lohne es sich, eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. (dpa)
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