Nach der Suspendierung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff
Proteste gegen Übergangspräsident Michel Temer

Rio de Janeiro. Mit lautem Topfschlagen ("Panelaços") haben Zehntausende Menschen in Brasilien gegen den Übergangspräsidenten Michel Temer protestiert. In mehreren Großstädten schlugen sie am Sonntagabend auf Töpfe ein und skandierten "Hau ab, Temer" und "Putschist Temer", während der neue Staatschef ein Fernsehinterview gab. Temer kündigte im Sender TV Globo an, sich 2018 nicht zur Wahl zu stellen. Das ermögliche ihm, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Mehrere lateinamerikanische Regierungen zweifelten die Legitimität der Regierung an und sprachen von einem "Putsch".

Temer war zum Präsidenten aufgestiegen, weil er und seine Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) die Koalition mit Präsidentin Dilma Rousseff aufgekündigt hatten und daraufhin mit der Opposition das Amtsenthebungsverfahren unterstützten. Am Donnerstag hatte der Senat Rousseff für 180 Tage suspendiert, um die Vorwürfe gegen sie juristisch zu prüfen. Ihr werden unerlaubte Kreditvergaben und die Verschleierung der tatsächlichen Haushaltslage vorgeworfen.
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