Nach Flugzeugabsturz in den französischen Alpen
Opferschutz: Presserat appelliert an Medien

Der Deutsche Presserat hat an die Medien appelliert, in der Berichterstattung über den Flugzeugabsturz in Südfrankreich den Schutz der Persönlichkeit der Opfer und ihrer Angehörigen zu achten. Es lägen bereits mehrere Beschwerden gegen Medienberichte zum Thema vor, teilte der Presserat am Mittwoch in Berlin mit. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) mahnte die Medien zu Respekt vor dem Leid der Angehörigen.

"Das öffentliche Interesse an dem Geschehen, seinen Folgen und seinen Ursachen ist groß", erklärte die Vorsitzende des Beschwerdeausschusses 2 des Presserats, Katrin Saft. "Die Medien müssen selbstverständlich darüber informieren. Der Opferschutz hat jedoch Vorrang." Der Rat verwies darauf, dass Opfer von Unglückfällen gemäß Richtlinie 8.1 des Pressekodex' einen Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Identität haben. Darin heißt es: "Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden."

Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken sagte, es verbiete sich für Journalisten, die Trauernden zu bedrängen. Zugleich trat er vereinzelter Kritik an der Anwesenheit von Journalisten in der Stadt Haltern am See entgegen, aus der eine Schülergruppe stammte, die ebenfalls an Bord war. Es stehe außer Frage, dass Journalisten über die Auswirkungen der Katastrophe auf die Stadt und die Schule berichten müssten. "Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie."
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