Nach Massaker an Studenten wächst in Kenia die Kritik an den Sicherheitskräften
Viel zu spät am Ort des Terrors

Kenias Behörden haben nach dem Blutbad in der Universität Garissa zu den Osterfeiertagen die Sicherheit verstärkt. Vor allem in christlichen Einrichtungen war die Nervosität groß, denn die Kämpfer der somalischen Terrormiliz Al Shabaab hatten in der Universität in Garissa gezielt Christen getötet. Die radikalen Islamisten ermordeten 147 Menschen.

In dem ostafrikanischen Land wird indes die Kritik über mögliche Versäumnisse der Sicherheitskräfte laut. So schrieb etwa das Blatt "Daily Nation" am Wochenende, dass Spezialkräfte der Armee viele Stunden gebraucht hätten, um einzuschreiten. Es habe mehr als einen halben Tag gedauert, die Belagerung der Moi-Universität zu beenden.

Al-Shabaab-Kämpfer waren am Donnerstag in die Universität eingedrungen. Garissa ist eine Flugstunde von Nairobi entfernt. Erste Spezialeinheiten erreichten der "Daily Nation" zufolge die Stadt acht Stunden nach der Attacke. Der letzte Angriff auf die Terroristen erfolgte noch später. Zu dem Zeitpunkt waren die meisten Opfer schon tot, schrieb das Blatt. Vier Angreifer starben nach der 16 Stunden dauernden Belagerung, sie sprengten sich der Regierung zufolge selbst in die Luft. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Die Kritik erinnert an den Terrorangriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi im September 2013. Al-Shabaab tötete damals 67 Menschen. Die Sicherheitskräfte hätten nichts aus ihren Fehlern von damals gelernt, zitierte "Daily Nation" einen hochrangigen Vertreter der Sicherheitskräfte. Präsident Uhuru Kenyatta hatte am Samstag den Attentätern und Hintermännern mit Konsequenzen gedroht. Kenias Luftwaffe flog am Sonntag und Montag Vergeltungsschläge gegen Al-Shabaab-Verstecke in Somalia.
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