Nach Massaker von Orlando
Noch sechs Opfer in Lebensgefahr

Orlando. Nach dem Attentat in Orlando sind sechs Opfer weiter in Lebensgefahr. Das berichteten die Ärzte im Regional Medical Center von Orlando am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Insgesamt werden dort noch 27 Patienten behandelt, meist an Schusswunden. "Die meisten erholen sich stetig", sagte der behandelnde Arzt, Mike Cheatham. Es seien jedoch weiterhin Operationen notwendig. Einige Patienten müssten auch mit lebenslangen Beeinträchtigungen rechnen. Das Medizinerteam beschrieb, wie die Patienten teils auf Ladeflächen von Kleinlastern ins Krankenhaus gebracht wurden.

Unterdessen hat das möglicherweise islamistisch motivierte Massaker in den USA eine in seltener Schärfe geführte Debatte über den Umgang mit Muslimen ausgelöst. "Der Killer von Orlando war ein US-Bürger. Wollen wir jetzt deswegen alle Muslime wegen ihres Glaubens diskriminieren?", fragte Präsident Barack Obama am Dienstag bei einer Rede in Washington. Tags zuvor hatte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump seine Forderung nach einem Einreisebann unter anderem für Flüchtlinge aus Syrien erneuert. Obama sprach in Bezug auf Trumps Worte von "leerem Geschwätz". "Wenn wir alle Muslime über einen Kamm scheren, gehen wir denen auf den Leim, die einen Krieg zwischen dem Islam und dem Westen oder den USA wollen, dann erledigen wir die Arbeit der Terroristen", sagte Obama.

Das Bundeskriminalamt prüft nach dem Massaker von Orlando mögliche Verbindungen des Vaters des Attentäters nach Deutschland. Die Behörde bestätigte am Dienstag in Wiesbaden entsprechende Angaben der "Rheinischen Post". Wie die Zeitung weiter schreibt, könnte Siddique Mir Mateen, der Vater des bei der Schießerei getöteten Omar Mateen, womöglich eine Verbindung nach Düsseldorf haben. Nach Informationen der "Rheinischen Post" hatte er in einem Video im Internet-Portal Youtube vor drei Jahren ein Spendenkonto bei der Stadtsparkasse Düsseldorf angegeben.
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